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Geschichte der Juden.
stimmte Norm für die religiöse Praxis zu haben. Denn der Talmud Jeruschalmi,der uni 40 » gesammelt mar, bot wegen seiner Kürze und seines ganzen Cha-rakters keinen hinlänglichen Stoff dafür dar. Denn während der babylonischeTalmud neben der Mischnaherklärung neue Fälle und neue Gesichtspunkte be-handelt, hat der Jeruschalmi größtentheils den Charakter eines Mischnah-commentars beibehalten. Aus einem Commentar lassen sich aber keine Decisionenfür die tägliche Praxis ausziehen. Sollten wir von diesen -"n -12 Hw a-w'-vgar nichts besitzen? Ist keine Spur davon geblieben? Ich vermuthe, daß dissogenannten kleinen Traktate (2,112p 21222.2) mit den palästinensischen 2-wp2identisch sind. Daß diese Traktate jerusalemisch genannt wurden, d. h.palästinensischen Ursprungs sind, bezeugt Nachmani (in Orient Jahrgang 1851S. 217 Note und Kirchheim: ssxtsm libri tslvariäioi xarvi Einleitung III).
Diese kleinen Traktate, welche bald 21220:2, bald 212-22 genannt werden,nennt meines Wissens zuerst der Karner Nissi b. Noach oder Achat, der (wieweiter unten erwiesen werden wird, Note 17 ) im neunten Jahrhundert inPalästina geschrieben hat. Er schärft den Karäern ein, daß sie auch Einsichtnehmen müssen „von Mischnah, Talmud, Halachot, großen und kleinen Tosef-tot", d. h. Borajtot: 2112,21 21H121 21220-21 212H.22 212H21 .212-22 P22H1 (beiPinsker I-ikuts Laäirroriiob mitgetheilt — hoi 2 Hw 2122121 -22 2-2 hu- 212012(lalürit und Lostslst rastds, zu 5 , 8 ) 21111:21 ph-ui 2-r-r 212H.2 — 2-221,-1 2-21 212H.2Dann erwähnt ihrer Simon Kahira (in Halachot Gedolot Ende, um dasJahr 900 ): — -222 2ww — 2-2122 2wr 22.1 — 2-tt-2i nuvw 2212 -wvin nwnn2-2212 2-22:2 .->p22tti. 2-1.22 221.2 (Hw) 2-2122 2rw2i .212212 '222 2wwi — 21L-Vnhtti 222-1 2221 2ir-w nhtti tt2h-22i tt22 2-wtt22 ^2 ihm -222 2>-22tt P2w -2221 tt222-2220 ptt 2112p i 2111221 (?2-i.22 22122 2-2-122) 0212 ,121.22 22222 122121 2-2222Vielleicht muß man lesen: 211-2P 21112-21 d. h. so viel als ,2112p 2-2-22: denn21112-2 ist nur die hebräische Bezeichnung für 212-22. Endlich nennt sie Scherirain seinem Sendschreiben: nhtt 1121:2 "i2itth 1.-^2 21121p 1122 pnh p-2p2 -121 82N-221212121 p2tt -22 212H.2 P.12 (sä. OolädsiA x. 27 , in Schulam's Edition lautet derSatz: 212121 p2tt 122 212H.2 1-12 — 2iü'up p.22 12P2). Scherira will keineswegs diekleinen Borajtot mit Osrsoli Lrs^ und den Agadas identificiren; denn sonstbraucht er nicht hervorzuheben, daß man sie nicht als Norm für die Praxisnehmen dürfe: die Agadas haben ohnehin keine halachische Autorität. Esscheint in dem vielfach corrumpirten Texte ein Wort zu fehlen, etwa im Sinnevon: '121 Pitt 122 21222 P12 P2itt tt2tt 1121:2 "I2itth 'tthi, d. h. die kleinen Traktateoder Borajtot haben nur so viel Autorität wie die Agadas. Es läßt sichdemnach daraus folgern, daß dieselben einen halachischen Charakter hatten.
Aus dem Citat aus Halachot Gedolot ergiebt sich, daß es viele oder un-zählige kleine Traktate gegeben hat. Wenn die Spätern, darunter zuerst Nach-mani, von sieben solchen sprechen, so war ihnen nicht mehr bekannt. Wirbesitzen jetzt durch die Veröffentlichung der sieben bisher wenig bekannten vonR. Kirchheim (Frankfurt a. M. 1851 ), zehn kleine Traktate. Sie haben fastdurchweg eineu mischnaitischen oder Boraita - Charakter. Der Grund dieserErscheinung ist, daß den Palästinensern nach Abschluß des jerus. Talmud dieSelbstständigkeit und die Kraft abhanden gekommen war, Halachas zu erzeugen.Nun hatten die Palästinenser im Verhältniß weniges Talmudisches, d. h. amo-räische Halachas zu sammeln, basür aber mehr Boraitas. Solche sachlich ge-ordnete Boraitas bilden die kleinen Traktate.
1 ) 22-2 2-0 222:2 lauter Boraitas.