318
Geschichte der Juden.
lusische Sura, und der Gründer des dortigen Lehrhauses hatte fürSpanien dieselbe Bedeutung wie Rab für Babylonien. Obwohl erden bescheidenen Titel Richter (Dajaus oder Rabbiner führte, so übteer doch sämmtliche Funktionen eines Gaon aus. Er ordinirte Rabbinenfür die Gemeinden, wie es scheint, durch Handauflegen, legte dasGesetz aus, war die letzte Instanz für gerichtliche Entscheidungen unddurfte den Bann über ungefügige Gemeindeglieder verhängen. Allediese Funktionen gingen selbstverständlich auf die europäischen Rab-binen über.
So wurde Spanien nach Sielen Seiten hin der Mittelpunkt desJudenthums. Einige scheinbar zufällige Ereignisse haben den Grunddazu gelegt, und das erwachte Selbstgefühl der spanischen Juden ließsich diesen Vorzug nicht mehr entwenden; sie gaben sich vielmehr Mühe,ihn zu behaupten und zu verdienen. Der Wohlstand der CordovanerGemeinde ermöglichte es ihr, die andalusische Hauptstadt zum Brenn-punkte aller Bestrebungen zu machen. Cordova zählte mehrere Tausendwohlhabender Familien, die an Prachtliebe mit den Arabern wetteifernkonnten. Sie kleideten sich in Seide, trugen kostbare Turbane undfuhren in Prachtwagen'). Sie ritten hoch zu Roß mit wallendenFederbüschen und eigneten sich ein ritterliches Wesen und eine Gran-dezza an, die sie vor den Juden anderer Länder vortheilhaft aus-zeichnete. Es darf aber nicht verschwiegen werden, daß Manche unterihnen ihren Reichthum dem Sklavenhandel verdankten, indem sie Skla-vonier aufkauften und sie den Chalifen überließen, die aus denselbennach und nach ihre Leibwache bildeten ^).
Nach R'Mose's Tod (um 9651 drohte eine Spaltung in derCordovaner Gemeinde wegen der Nachfolge auszubrechen. Auf dereinen Seite war sein Sohn R'Chanoch, der als Kind mit seinenEltern die Gefangenschaft getheilt und gesehen, wie seine Mutter sichiu's Wasser stürzte, um der Schändung zu entgehen. Als Neben-buhler stand ihm gegenüber Joseph b. Isaak Jbn-Abitur, derR'Mose's ausgezeichneter Jünger war, die arabische Literatur gutverstand, Dichterbegabung besaß und ein Eingeborener war. R'Chanochhatte aber weiter nichts als Talmudkenntnisse und das Verdienst vor-aus, der Sohn dessen zu sein, der die höchste Verehrung genossen. AnFrömmigkeit und sittlichem Adel gab Einer dem Anderen nichts nach.
st Abraham Jbn-Daud.
st Bergl. Gayango's lustorz? ot tlis raalromstair ä^nasbiss irr 8pnin I.137, 380, Rainaud, invasions äss 8s.rrs.2ins sn l?rs.nss x. 233. Dozy,lnstoirs äss 11,rsbs8 sn Dsxs,Ans.