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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

berührte die Geschichte der Omejaden-Dynastie, rühmte seinen GönnerAbdul-Rahman, erwähnte die Quellen der reichen Einnahme des Landesund die Handelsverbindungen. Nebenher ließ er fallen, daß die könig-lichen Landeseinnahmen vom Handel durch seine Hände gingen, wieer auch die Gesandtschaften der auswärtigen Mächte empfange, ihreGeschenke übernehme und ihnen Gegengeschenke zukommen lasse. Erbeschrieb, welch' unendliche Mühe er sich gegeben, Auskunft über dasChazarenreich zu erlangen und einen zuverlässigen Boten zu finden.Er habe dieses nicht aus eitler Neugierde und Ehrsucht gethan, sondernum zu erfahren, ob Israel auf einem Fleck der Erde frei von Ober-herren sei.Wüßte ich, daß dem so ist" schrieb Chasdai, oderließ schreibenso würde ich meine Ehren gering achten, meineStellung aufgeben, meine Familie verlassen, würde wandern über Bergund Thal, zu Land und Wasser, bis ich mich vor meinem Könige vomStamme Israel niederwerfen könnte; würde mich erfreuen an seinerGröße und seine Macht bewundern." Dann bittet das Sendschreibenum gründliche Auskunft über Alles und besonders von welchem derZehnstämme die Chazaren ihren Ursprung haben, über ihre politischeund kriegerische Haltung, namentlich ob der Krieg auch am Sabbat geführtwird, und ob die hebräische Sprache bei ihnen heimisch sei. Endlichfragte Chasda'i bei dem Könige an, ob sich bei ihnen eine Andeutungerhalten hat, wann die Erlösung Jsrael's eintreffen werde. Denn derLeiden Maß sei voll, und er müßte täglich den Hohn hören:JedesVolk bildet ein geschlossenes Königreich, ihr aber seid ohne Selbständig-keit." Deswegen habe die Nachricht von dem jüdischen Chazarenreicherhebend auf sein Gemüth gewirkt; denn dadurch könnten die Judenwieder ihr gebeugtes Haupt erheben und brauchten nicht beschämt zuverstummen i). So richtete der Vertreter der Juden im äußerstenWesten Europas an den Juden auf dem Throne den Brudergruß.

Chasdcü's Sendschreiben gelangte glücklich auf Umwegen durcheinen Mann Jakob b. Eleasar aus dem Lande Nemez (Deutschland),in die Hand des Chag'an Joseph, des elften jüdisch-chazarischen Fürstenseit Obadiah, dem eigentlichen Begründer des Judenthums in Chazarien(o. S. 179). Der Chazarenstaat besaß damals (um 960) noch immereine bedeutende Macht, obwohl er bereits einige Gebiete oder Vasallen-länder eingebüßt hatte. Er erstreckte sich noch bis zum Jaik und demDon im Norden, im Süden bis zur Kaukasuspforte (Lab al-^bvvab,

*) Das Sendschreiben Chasdai's an den Chazarenkönig, das Isaak Akrischauf einer Reise von Constantinopel nach Egypten aufgefunden hat, veröffent-lichte er zuerst in einem Büchlein Lol Nsba-sssr 1577; seitdem ist es öfterabgedruckt worden; vergl. Oarraol^ Ibiusrairss p>. 5 und. 67