Die Gaonen.
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R'^wraw, ckssoä da-amrami^). Mar-Amram stellte wie sein Vorgängerdie Fassung der Gebete, wie sie sich im Laufe der Zeit ausgebildethat, als unverbrüchliche Norm hin: wer davon abweicht, soll als Ketzerbetrachtet und aus der Gemeinschaft Israels ausgeschlossen werden^).Nur die poetanischen Zusätze zu den Festgebeten waren zu Mar-Amram's Zeit noch nicht im allgemeinen Gebrauche, und er stellte dieAuswahl dem Belieben anheim.
Mährend Mar- Amram's Gaonat fungirten in Pumbadita zweiSchulhäupter nach einander: Rabba b. Ami (869—72), von demnichts weiter bekannt ist, und Mar-Zemach I. b. Paltoj (872—90),welcher die Reihe der schriftstellerischen Gaonen eröffnet. Bis dahinhatten sich die Leiter der Hochschulen nur mit Auslegung des Talmud,mit der Regulirung der inner» Angelegenheiten und mit Beantwortunggutachtlicher Anfragen beschäftigt. Allenfalls sammelte der Eine oderder Andere derselben agadische Aussprüche zu einem Sammelwerke.Zu schriftstellerischer Thätigkeit hatten sie entweder keine Muße, oderkeine Veranlassung, oder keinen Beruf. Als aber der Eifer für dasTalmudstudium immer mehr in den Gemeinden Egyptens, Afrikas,Spaniens und Frankreichs erwachte, die auswärtigen Talmudbeflissenenaber jeden Augenblick auf Dunkelheiten und Schwierigkeiten in demWeitschichtigen und nicht selten räthselhaften Talmud stießen, sie sichöfter an die Hochschulen um Erklärung und Lösung von Fragen wen-deten und die Anfragen immer mehr ein theoretisches Interessebekundeten, sahen sich die Gaonen genöthigt, statt einfacher, kurzerBescheide, eingehende Schriften über gewisse Partieen des Talmudabzufassen, um sie den Beflissenen als Leitfaden an die Hand zugeben. Der Gaon Zemach b. Paltoj von Pumbadita stellte eine alpha-betische Erklärung dunkler Wörter im Talmud (geschichtlichen, ono-mastischen und antiquarischen Inhalts) zusammen unter dem Titel:Aruch, ein talmudischcs Lexikon^), worin er auch Bekanntschaft mitder persischen Sprache zeigte. Diese Worterklärung bildet den erstenKeim zu dem immer mehr, auwachsenden Fache der talmudischenLexikographie.
Der zweite gaonäische Schriftsteller ist Nachschon b. Zadok von
Z Ueber Mar-Amram's Funktionsdauer s. Note 19 Anm. Seine Gebet-ordnung, gedruckt Warschau 1865, hat viele jüngere Bestandtheile.
2) Jbn-Jarchi Manhig 82b. Simon Duran llssxonsa Theillll. No. 290
3) Bruchstücks aus diesem Aruch des R' Zemach sind zusammengestellt vonRapoport: Biographie des Nathan Romi Noten Nr. 24 und Zusätze S. 81Sie lassen sich durch die neue Edition des Zochasin von Filipowski noch ver-mehren.