Agobard.
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eingeschärft, den befleckenden Umgang mit Juden zu meiden. DasConcil von Epaone, von viernndzwanzig Bischöfen gehalten, habe denkanonischen Beschluß geheiligt, daß kein christlicher Laie Tischgenosseeines Juden werden sollte, und kein Bischof bei Verlust seiner Selig-keit in aller Ewigkeit diesen Beschluß rückgängig machen dürfte. Das-selbe habe die Synode von Agdes bekräftigt, und das Concil vonMayan habe noch hinzugefügt, daß Juden keine Richter über Christen,nicht einmal Steuerpächter werden dürfen, um keine Gewalt überChristemnenschen auszuüben, daß Juden in der Osterwoche sich auch-nicht auf Straßen und Plätzen blicken lassen sollten, daß sie den Geist-lichen deniüthige Ehrfurcht zu erweisen hätten, und daß sie keine christ-lichen Leibeigene halten dürften.
- Die Bischöfe, die Vertreter der kirchlichen Rechtgläubigkeit jenerZeit, führten dann dem Kaiser das Beispiel des Evangelisten Johannes-und dessen Jüngers Polykarpus an, wie sie die Nähe der Ketzer Cerinthund Marcion geflohen sind. „Nun sind," so folgerten sie weiter, „dieInden noch viel schlimmer als Ketzer, die doch das Christenthum zumTheil haben und an Jesus glauben." Die Juden seien daher mehrnoch als Ketzer zu fliehen und zu meiden. Dann erzählten sie in derDenkschrift, die Juden hätten unwürdige Vorstellungen von Gott, indemsie sich ihn körperlich mit Gliedmaßen versehen dächten (d. h. nur dieMystiker o. S. 193). Sie behaupteten, die Buchstaben der Thora,hätten vor der Weltschöpfung existirt, und daß es mehrere Erden,Himmel und Höllen gäbe. Kein Blatt des alten Testaments wärefrei von Fabeleien, welche die Juden hinzugedichtet hätten und nochimmer hinzudichteten. Agobard und seine Mitbischöfe sahen, wenn sieden Aberglauben der damaligen Juden in Frankreich anklagten, rechtgut den Splitter in Anderer Augen, aber nicht den Balken in deneigenen. — Indem sie ferner hervorhoben, daß die Juden sich blas-phemirende Geschichtchen von Jesus erzählten, kommen sie auf Schluß-folgerungen. Da die Juden den Sohn verleugnen, verdienen sie auchden Vater nicht, und da sie noch dazu Jesu jungfräuliche Geburt, nichtanerkennen, so seien sie die wahren Antichristi. — Wenn die Gönnerder Juden meinen, man müsse sie wegen ihrer großen Ahnen, derPatriarchen, ehren, und daß sie wegen dieser edlen Abstammung vor-züglicher seien als die Christen, so müßte man die Saracenen (Araber)ebenfalls Hochhalten. Denn auch sie stammen von Abraham ab. DieJuden seien aber, weit entfernt edler als die Christen zu sein, nochschlimmer als Saracenen und Agarener, die doch Gottes Sohn mindestensnicht getödtet haben*).
*) Sendschreiben Nr. 5.