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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Während es den Christen nicht gelingen will, bei allem Entgegenkommenauch nur eine einzige jüdische Seele für das Christenthum zu gewinnen,hat sich ein Theil der Christen bei den gemeinschaftlichen Mahle» auchan der geistigen Speise der Inden gesättigt. Wiewohl ihn der Magisterder Juden, Eberard, und die Kommissarien im Namen des Kaisers andem guten Werke zu hindern suchten, so habe er sich bisher nicht darangekehrt. Endlich forderte er den Bischof von Narbonne auf, seiner-seits die Gemeinschaft der Christen mit Juden zu hindern und seineMitbischöfe und Geistlichen zu demselben Verhalten zu bewegen; denndie Juden, die unter dem Gesetze stehen, stehen zugleich unter demFluche, der sie umgiebt wie ein Gewand, in sie eindringt wie Wasser.Diejenigen, welche die apostolische Heilsverkündigung verwerfen, müssennicht bloß gemieden werden, sondern sind auch dem Strafgericht ver-fallen, gegen welches der Untergang Sodom's und Gomorrha's nochmilde zu neunen ist*).

So sehr auch Agobard's giftiger Judenhaß als ein Ausflußseines Gemüthes zu betrachten ist, so kann man nicht leugnen, daß ersich damit vollständig auf dem Boden der Kirchenlehre befunden hat.Er beruft sich mit Recht auf die apostolischen Aussprüche und diekanonischen Gesetze; die geheiligten Concilienbeschlüsse waren allerdingsauf seiner Seite. Agobard mit seinem glühenden Hasse befand sichauf dem Standpunkte der Rechtgläubigkeit, während Kaiser Ludwigmit seiner Milde auf dem Wege der Ketzerei war. Agobard wagteaber nicht, diesen Gedanken laut werden zu lassen, er äußert sich viel-mehr in dem Sinne, daß er unmöglich glauben könne, der Kaiser habedie Kirche an die Juden verrathen. Daher fand auch seine KlageWiderhall in den Herzen der Kirchenfürsten. Es versammelten sicheine Reihe von Bischöfen in Lyon, welche Berathnng hielten, wie dieJuden zu demüthigen wären, wie man ihr friedliches Leben stören,wie man den Kaiser selbst zur Annahme der Beschlüsse bewegen könnte.Es betheiligten sich an diesem judenfeindlichen Concil unter AndernBernhard, Bischof von Bienne und Eaof, Bischof von ChLlon.Die Mitglieder beschlossen, dem Kaiser ein Schreiben einzureichen, ihmdas Sündhafte und Gefährliche der Judenbegünstigung auseinander-zusetzen und die Punkte zu formuliren, welche abgestellt werden sollten(829). Das Synodalschreiben, wie es uns vorliegt, ist nur von dreiBischöfen unterzeichnet, von Agobard, Bernhard und Eaof unter demTitel:vom Aberglauben der Juden" (äs juäaroio superstitiouibus).Voran ging eine Einleitung von Agobard, worin er sein Verhalten

Sendschreiben Nr. 3.