Agobard.
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aber, daß die Bevölkerung von Lyon keineswegs für ihren BischofPartei gegen die Juden genommen hat.
Haman-Agobard ruhte aber nicht in seinen judeufeindlichen Be-strebungen. Er wollte den Gönnern der Juden bei Hofe entgegeu-arbeiten, den Kaiser ans Gewissen greifen und ihn gegen die Judeneiunehmen. Vielleicht war er schon damals von den Plänen der Ver-schworenen Wala, Helisachar und Hilduin unterrichtet, welche die Söhnedes Kaisers aus erster Ehe gegen die Kaiserin und den ErzkanzlerBernhard anfreizen wollten, weil diese den Kaiser bewogen hatten,eine neue Theilung des Reiches zu Gunsten des Sohnes von derJudith zu entwerfen. Denn Agobard setzte von jetzt an jede Scheubei Seite und trat ganz entschieden auf, als ahnte er, daß die judeu-frenndliche Partei ihrem Sturze nahe sei. Er wandte sich zuerst andie Bischöfe des Reiches, daß sie dem Kaiser sein Unrecht Vorhaltenund ihn bestimmen mögen, die Scheidewand zwischen Juden und Christen,wie sie zur Zeit der Merowinger bestanden, wieder aufzurichten. VonAgobard's Sendschreiben an die Prälaten ist nur ein einziges vor-handen, an den Bischof Nibridius von Narbonne. Es ist vollerGalle gegen die Juden und interessant sowohl wegen des finsterenGeistes seines Absenders, als auch wegen der Geständnisse, die erdarin macht. Er erzählt Nibridius, daß er auf einer Rundreise inseinem Sprengel seinen Pfarrkindern eingeschärft habe, den vertrantenUmgang mit Juden abzubrechen. Denn es sei unwürdig, daß dieSöhne des Lichtes sich mit den Söhnen der Finsterniß beflecken sollten,und daß „die makel- und runzellose Kirche, die sich für die Umarmungendes himmlischen Bräutigams vorbereiten müsse, sich durch die Ver-bindung mit der befleckten, runzligen und verstoßenen Synagoge" ent-ehren sollte. Es sei sündhaft, daß die jungfräuliche Braut Christidie Mahle der Buhlerin genießen und durch die Gemeinschaftlichkeitvon Speise und Trank nicht bloß in mannigfaltige Laster verfallen,sondern auch Gefahr laufen sollte, den Glauben einzubüßen. „Dennans allzugroßer Vertraulichkeit und fleißigem Zusammenleben beobachteneinige von Christi Heerde mit den Juden den Sabbat und verletzenden Sonntag durch Arbeit und vernachlässigen die Fasten." ImVerlaufe berichtet Agobard in dem Sendschreiben, daß er, nachdem erwahrgenommen, wie einige Christen dem Judenthum zugethan waren,dem täglich sich mehrenden Uebel mit vieler Anstrengung habe steuernwollen, wie er seinen Beichtkindern befohlen habe, sich des Umgangsmit Juden und freundlicher Nachbarschaft zu entschlageu, wie Moseehemals den Juden befohlen, den Umgang mit Heiden zu meiden.Denn der Einfluß der Juden auf die einfachen Gemüther sei bedeutend.