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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Nissi b. Noach.

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sich sogar vom Gebete fern halten. Nissi's Lehre fand unter denKaräern Beifall; sie entfernten sich dadurch noch mehr von denRabbaniten und näherten sich den Samaritanern, welche ebenfalls dielevitischen Reinheitsgesetze beobachteten. Die Karäer mieden dadurchden Umgang mit den Rabbaniten vollständig, weil sie dieselben, welchejene Vorschriften gar nicht mehr beobachteten, für verunreinigendhielten. Da die Zufälle der Verunreinigung oft und unwillkürlicheiutreten, so sind die Karäer noch heutigen Tages nicht selten ver-hindert, ihre Bethäuser zu besuchen und halten sich daher in derVorhalle der Synagoge auf. Daher die den Reisenden aufgefalleneErscheinung, daß die Synagogen der Karäer öfter leer, die Vorhallendagegen von Betenden gefüllt sind. Noch erschwerender wirkte dieseErneuerung der levitischen Bestimmungen auf das Haus. Die Frauen,welche in gewissen Zuständen für verunreinigend gehalten werden,müssen vom Umgang reiner Personen fern gehalten und in einen ab-geschiedenen Winkel des Hauses verwiesen werden. Alles, was siewährend dieser Zustände berührt haben, muß, je nach der Natur desGegenstandes, gewaschen oder vernichtet werden. Die Beobachtungder Reinheitsgesetze hatte noch andere Erschwerungen im Gefolge, unddas Karäerthum gerieth dadurch immer tiefer in ängstliche Skrupulositätund Verdumpfung des Geistes.

Andere Karäer hatten wieder andere wunderliche Einfälle inBetreff einzelner Bestimmungen des Judenthums. Müsa (oderMesvi) und Jsmael*) aus der Stadt Akbara (7 Meilen östlichvon Bagdad) haben eigene Ansichten vom Judenthum auch in Betreffder Sabbatfeier aufgestellt (um 83342), die aber nicht näher be-kannt sind. Auch sie näherten sich den Samaritanern. Die beidenAkbaritcn behaupteten ferner, das pentateuchische Verbot der Fett-theile gelte nur für Opferthiere, anderweitig aber seien sie zum Genüssegestattet. Mnsa und Jsmael fanden Anhänger, welche nach derenTheorie lebten, und diese bildeten eine eigene Sekte innerhalb derKaräer unter dem Namen Akbariten. Gleichzeitig mit ihnen tratein anderer Jrrlehrer auf, Abu-Amrau Mose, der Perser, ausdem Städtchen Safran (bei Kerman-Schah in Persien), der nachder Stadt Tiflis in Armenien auswandcrte. Abu-Amran Altifliststellte wieder andere Ansichten auf, die er auch in der Schrift begründetglaubte. In Bezug auf die Fetttheile schloß er sich den Akbaritenau; Bruder- und Schwesterkinder wollte er gleich den übrigen Karäernals Blutsverwandte betrachtet und die Festtage weder mit den Rabba-

0 Vergl. dazu Note 18, I.