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Geschichte der Juden.
Der Verfasser dieser Apokalypse hat demnach das Anbrechen desmessianischen Reiches mit dem Sturze der Omejjaden erwartet, imLaufe des Jahres 751. Ob diese Verkündigung mit dem Auftretendes Abu-°Jsa in Persien in irgend einem Zusammenhänge stand, läßtsich nicht ermitteln. Der kriegerische Vorläufer des Messias behauptetesich aber auch während Abul'abbas' Regierung (750—54), weil durchden Widerstand von Merwans Feldherren die Zeit voll von Unruhenwar. Aber Abu-Jsa scheint sich doch in Persien nicht für sicher ge-halten zu haben und wandte sich mit seinen Anhängern nach Norden,der Gegend von Räi. Seinen Anhängern spiegelte Abu-" Jsa vor, erwolle die Juden dieser Gegend, welche von den Söhnen Moses ab-stammten (Uens-Llosode) zur Theilnahme an dem Befreiuugswerkeauffordern, im Grunde war aber die Wahl dieses Schauplatzes eineTaktik. Hier befehligte nämlich ein Rebellenhäuptling, der GueberSind ad, ein Heer von 60000 Mann und leistete dem Chalifen Abu-G'ifar Almansur, Bruder und Nachfolger des ersten Abbassiden, kräf-tigen Widerstand. Hier konnte sich also Abu-"Jsa entweder als Sinbad'sParteigänger oder auf eigene Faust halten. Aber Sinbad's Heer wurdegeschlagen, und die Reihe kam auch an die jüdische Schar. Siewehrte sich aber tapfer gegen das Heer des Chalifen. Abu-°JsasAnhänger erzählten: es sei durch ein Wunder geschehen. Ihr Führerhabe nämlich mit einem Myrthenstabe eine Linie um seine Kriegergezogen und ihnen bedeutet, so lange sie diese Linie nicht überschreiten,würden sie unbesiegbar bleiben. Er selbst aber soll sich auf seinemRosse über die Linie gewagt und viele Mohammedaner getödtet haben,bis er selbst unter Schwertstreichen fiel (um 755). Seine Kriegerzerstreuten sich; die Juden von Jsfahan mu.ßten sür den Aufstandbüßen. Seine Anhänger bewahrten ihm indessen ein treues Andenken,gewiß weil er kein Betrüger war, sondern nur im Wahne handelte.Unter dem Namen Jsawiten oder Jsfahaner behaupteten sie sichbis in's zehnte Jahrhundert, die erste Religionssekte, welche dasJudenthum seit Untergang des jüdischen Staates aus sich entlassenhat. Die Jsawiten lebten nach Vorschrift ihres Meisters, beobachtetenManches vom talmudischen Judenthume und verwarfen Vieles davon Z.
Dieser Bewegung gegenüber verhielten sich die Tonangeber desJudenthums in dem Sitze des Gaonats völlig gleichgültig. Siehatten keine Ahnung davon, daß ein neuer Geist sich innerhalb ihreseigenen Kreises regte, welcher ihren talmudischen Riesenbau in seinenTiefen erschüttern sollte. Die Oberhäupter selbst haben theilweise eine
-) Note 16.