Abu-°Jsa.
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er glaubte an sich und verkündete, Gott habe ihn erweckt, den jüdischenStamm von dem Joche der Völker und der ungerechten Herrscher zubefreien.
Der messianische Verkünder von Jsfahan fand einen starkenAnhang, es sollen sich 10 000 Juden um ihn geschart haben, ihmam Befreiungswerke behilflich zu sein. Ihnen legte Abu-°Jsa dasJudenthum abweichend von dem bestehenden aus; aber die abweichendenPunkte sind nicht bekannt. Die Ehescheidung hob er ganz und garauf, selbst für den Fall des Ehebruchs. Die drei täglichen Gebetzeitenvermehrte er um vier und berief sich dabei auf einen Psalmvers:„Sieben Mal des Tages preise ich Dich" fl. Indessen behielt Abu-'Jsa die talmudisch vorgeschriebenen Gebetformeln bei und rüttelteauch nicht an der bestehenden Kalenderordnnng. Sein eigenthümlichesReligionssystem stellte er in einer Schrift dar. Darin untersagte erseinen Anhängern den Genuß von Fleisch und Wein, erklärte aber denOpfercultus für aufgehoben.
Das messianische Befreiungswerk wollte Abu-Jsa mit dem Schwertein der Hand durchsetzen und verwandelte seine Gläubigen in Krieger,denen er hoch zu Roß wie ein Feldherr voranritt. Der Zeitpunktfür einen Befreiungsversuch mit bewaffneter Hand konnte nicht gün-stiger sein. In allen Provinzen des mohammedanischen Reiches brachendie Flammen der Empörung gegen den letzten Chalifen aus dem Hauseder Omejjaden, Merwan II., aus. Ehrgeizige Statthalter, unzufriedeneParteigänger, die wühlerischen Charigiten, welche für die NachkommenAli's das Chalifat erobern wollten, und endlich die Abbassiden, welcheauch ihrerseits Anspruch auf die Herrschaft machten, alle diese feind-lichen Elemente verschworen sich zum Untergange der Omejjaden undmachten die weiten Länderstrecken des Reiches zum Tummelplätze wilderLeidenschaften. Während dieser aufstandsreichen Zeit, namentlich alsAbu-Moslim, Emissär der Abbassiden, die Fahne der Empörung inChorasan aufpflanzte (Ende 747), scheint auch Abu-*Jsa mit seinerSchaar in der Gegend von Jsfahan sein Befreiungswerk begonnenzu haben und konnte es während der darauf folgenden Wirren be-haupten, als Merwans Feldherr am Euphrat (bei Kerbela) eine furcht-bare Niederlage erlitt (August 749) und der Chalife selbst am Zab-flusse so geschlagen wurde, daß er von Land zu Land fliehen mußte,ohne Anhang und Unterstützung zu finden. Der unglückliche Merwanwurde zuletzt in Egypten, wohin er von der Tigrisgegend über Syrienund Palästina geflohen war, getödtet (August 750), und die schwarze
fl Psalm 119.