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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

kimMerische oder taurische Halbinsel (die Krim) zum Wohnplatze,wo zwar uncivilisirte Völker scythischen, finnischen und slavischenUrsprungs mit götzendienerischem Cultus, Alanen, Bulgaren, Chazaren,Ulzinguren mit einem Rest von Gothen hausten, die aber nicht eifer-süchtig waren, wenn Menschen von anderer Nationalität und anderenGlaubens sich in ihrer Nachbarschaft niederließen. Es entstandendaher jüdische Gemeinden, neben denen, welche schon aus früherer Zeitbestanden, an dem Küstensaume des Schwarzen Meeres und der Meer-enge in Theodosia (Kassa), landeinwärts in Kareonpolis (Sulchat,Solgat, jetzt Eski-Krim) am Fuße des Agirmisch-Gebirges, dann inPhanegoria (jetzt Taman) und in dem gegenüberliegenden Bosporus(Kertsch) das von den Juden Sepharad genannt wurde Z. Vonder Krim aus verbreiteten sich die griechischen Juden nach Kaukasienund den gastfreundlichen Ländern der Chazarien am Westrande desKaspi-Sees und an der Mündung der Wolga (Atel). Jüdische Ge-meinden entstanden in Berdaa (Derbend), an der alanischen Pforte,inSementer (Tarku ^), beide am Kaspi-See) und endlich in Balangiar,der Hauptstadt des Chazareulandes. Durch ihre Thätigkeit, Geschick-lichkeit und Einsicht gewannen bald die ausgewanderten griechischenJuden Einfluß unter den barbarischen Völkern und bereiteten einklangvolles geschichtliches Ereigniß vor.

Kaum drei Jahrzehnte nach dem Untergang des falschen MessiasSerene entstand auf einem anderen Schauplatze abermals eine talmud-feindliche Bewegung, gepaart mit messianischer Schwärmerei. Siewurde durch einen phantastischen und kriegerischen Mann hervor-gerufen, Obaia (Obcld-Allah) Abu-°Jsa ben Jshak aus der persischenStadt Jsfahan^). Er war nicht unwissend, verstand Bibel und Talmudund konnte auch seine Gedanken schriftstellerisch äußern. Die plötzlicheGenesung von einem Aussatze soll ihn darauf geführt haben, daß ihmein hoher Beruf zugetheilt sei. Doch gab sich Abu-°Jsa nicht directals Messias aus, sondern als dessen Vorläufer und Wecker (Dal), demer den Weg bahnen wollte. Er hatte überhaupt eine eigenthümlicheAnsicht über die messianische Vorläuferschaft. Er meinte nämlich, fünfVorläufer müßten dem Messias vorangehen, von denen je ein Spätererimmer vollkommener sei als sein Vorgänger. Sich selbst hielt Abu-*Jsa für den letzten und vollkommensten Vorläufer, der an Würdigkeitdem Messias ebenbürtig sei. Ihm war es mit seinem Berufe ernst,

1) Vergl. Note 2. 3.

ch Vergl. Harkavy, die Juden und die slavischen Sprachen S. 77 79,Lsvas dos Dt. ,j. V. 208.

2) Alles denselben Betreffende ist zusammengeslellt in Note 15.