Janna'i und Kalir.
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Sabbate eingeführt waren, scheinen den Gemeinden nicht mehr zugesagtzu-haben, weil die Prediger nicht im Stande waren, Neues und An-ziehendes zu schaffen, sondern Jahr aus Jahr ein dieselben Vorträge,wie sie gesammelt waren, mit Anführung der Gewährsmänner gewisser-maßen ablasen. Die Dichtungen Jannal's und seiner Genossen wolltendaher den Kern der agadischen Auslegung retten und ihn durch Versegefällig und genießbar machen st. Janna'i's Erzeugnisse sind daherpoetisirte Agadas. Aber da er nicht Dichter genug war, um dasWahre und Treffende in der agadischen Literatur zur Anschauung zubringen, seine Reime auch nicht beflügelt und wohltönend sind, under sich noch dazu die Bürde alphabetischer Versanfänge nebst Ver-flechtung seines Namens auflegte, so sind seine Dichtungen dunkel,ungelenk und schwerfällig ausgefallen. Die Bruchstücke, die sich vonseinen dichterischen Erzeugnissen erhalten haben, verrathen auch nichteinmal Gedankentiefe und halten auch nicht im Entferntesten einenVergleich mit Josö b. Josö's erhabenen Versen aus.
Ueberhaupt hat die neuhebräische Poesie durch die Einführungdes Reimes in der ersten Zeit nichts gewonnen. Eleasar b. Kaliroder Kalirist saus Kiriat-Sepher), einer der ältesten und fruchtbarstenpoetanischen Dichter, ein Jünger Jannal'sst, dichtete ebenso schwer-fällig und hart, aber noch viel dunkler als sein Meister. Er hat überhnndertundfünfzig liturgische Stücke gedichtet, Hymnen für die Feier-tage, Bußgebete für die heiligen Tage, Klagelieder für die Hauptfasttageund noch andere Gattungen, die sich unter keine Formel fassen lassen.Kaliri hat einen großen Theil der agadischen Literatur mit vielerKünstelei versificirt, aber nur wenige Stücke haben poetischen Werth,und Schönheit kein einziges. Um die Schwierigkeiten, welche die An-deutung ans die Agada, der Reim, alphabetische Anfänge und Namen-verschlingung machten, zu bewältigen, mußte Kaliri der hebräischenSprache Gewalt anthun, dem tyrannischen Wortgebrauch Hohn sprechenund unerhörte Wortbildungen schaffen. Er stellte öfter statt einesdurch Wortfarben ausgedrückten Gemäldes dunkle Räthsel hin, dieohne tiefe Belesenheit in der Midrasch-Literatur nicht gelöst werdenkönnen. Dennoch drangen Kaliri's Poetanische Dichtungen in die Liturgieder babylonischen, italienischen, deutschen und französischen Gemeindenein; nur die spanischen Inden, von feinfühligem Sprachtakt geleitet,
st Das.
st Vergl. Rapoport's Briefe an Luzzatto S. 187; Zeitschr. Lebanon VIII,328; Ersch, Encyclopädie Bd. 32, S. 135 und Berliners Geschichte der Judenin Noin II, S. 15. (H.)
st Frankel's Monatsschrift, Jahrg. 1859, S. 437 f.