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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Josö ben Jos6.

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anschloß und sie verdolmetschen will, umfaßt in engem Rahmen Israelsglänzende Vergangenheit, gedrückte Gegenwart und idealisch verheißeneZukunft (lekiot). Josö's Gedicht ist zugleich ein Jubel- und Klage-psalm, mit Bußgebeten und Hoffnungstönen durchflochten. Malerischist die Auferstehung in kurzen, schlagenden Worten beschrieben:

Aus Gräbern Dröhnen,

Von Höhen Stürmen,

' Wenn von Gebein,

Auf dem sich Hügel thürmenErschallen wird

Der längst Entschlafenen Stimme.

Hoch auf den BergenSehet das Banner wehen!

Mächtiger HallDes Schöpfers wird ergehenUnd laut dann jubelnDer Verstummten Stimme." ')

Ein zweites größeres Gedicht Jos6 b. Jose's hat den ehemaligenCultus am Versöhnungstage im Tempel zum poetischen Thema, aufwelchen die zuschauende Nation in andachtsvoller Stimmung zu lauschenpflegte, und dessen Verlebendigung durchs Wort am geeignetsten war,die großen Erinnerungen an die schönen Zeiten der nationalen Selbst-ständigkeit zu wecken f^boäull). Es ist eine Art liturgisches Epos,welches die Schöpfung des All und des Menschen, die Gottvergessen-heit der ersten Menschengeschlechter, Abrahüm's Gotteserkenntniß, dieErwählung seiner Nachkommen als Gottesvolk, die Berufung desahronidischen Hauses zum Tempeldienste ruhig und ohne lyrischenSchwung besingt. Bei dem Priesterthume Ahron's angelangt, schildertder Dichter die Funktionen des Hohenpriesters am Versöhnungstageim Tempel nach der Beschreibung der Mischnah bis zum Augenblicke,wo der Hohepriester, vom ganzen fröhlichen, der Sündenvergebungdurch sichtbare Gnadenzeichen vergewisserten Volke begleitet, sich vomTempel in seine Häuslichkeit begiebt ein schönes Stück Vergangen-heit, das im Herzen des jüdischen Stammes stets einen starken Widerhallfand. Erhabenheit der Gedanken und Gehobenheit der Sprache bildendie Eigenheit in Jose b. Josö's Poesie. Als Probe möge der Eingangseiner Abodah dienen:

Ihn (Gott) singt der Mund aller Geschöpfe,

Von oben erschallet und von unten sein Ruhm,

Herr! ruft die Erde, Heiliger! der Himmel,

Aus den Waffen tönen Lieder dem Mächtigen in Höhen,

i) Nach M. Sachs' Uebersetzung der Liollronob von Joss in NaoliZor.

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