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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Das Gaonat.

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für Moawija, einen Verwandten des ermordeten Chalifen Othman.Die babylonischen Juden und die nestorianischen Christen entschiedensich für Ali und leisteten ihm Vorschub. Maremes, der Ali's Feld-herren bei der Belagerung von Mossul unterstützte, wurde von ihmals Katholikos anerkannt. Ein Jude Abdallah Jbn-SabL warein begeisterter Parteigänger für Ali und bewies mit mystischen Gründen,daß ihm allein die Nachfolge im Chalifate gebühre, da auf ihnder Geist von Mohammed eben so übergegangen sei, wie von Moseauf Josua*). Bei der Einnahme der Stadt Peroz-Schabur oder Anbarvon Seiten Ali's sollen neunzig Tausend Juden zusammen gekommensein, und an ihrer Spitze ein Schulhaupt Mar-Isaak von Sura, umdem von seinen eigenen Anhängern lau unterstützten Chalifen zuhuldigen (um 658). Der unglückliche Ali nahm diese Huldigung hochauf") und ertheilte sicherlich dem jüdischen Schulhaupte Privilegien,wie dem chaldäischen Katholikos. Wahrscheinlich datirt sich von dieserZeit und dieser Veranlassung der Brauch her, daß das Schulhauptvon Sura eine gewisse Würde bekleidete und den Titel Gaon^)(Würdenträger) annahm. Mit dem Gaonat waren gewisse Befugnisseverbunden, welche selbst auch der Politisch hochgestellte Exilarch nichtanzutasten wagte. Es gestaltete sich dadurch ein eigenthümlichcs Ver-hältniß zwischen diesen von Hause aus rivalisirenden Aemtern, demExilarchat und dem Gaonat, das zu Mißhelligkeiten führte. MitBostanar und Mar-Isaak, den von den Chalifen anerkannten jüdischenWürdenträgern, beginnt daher ein neuer Abschnitt in der jüdischenGeschichte, die gaonäische Epoche.

Ob Bostanal damals noch am Leben war, als die Juden Babylonien'sAli huldigten, und wie er sich dazu verhielt, ist ungewiß. Es wirdweiter nichts von ihm erzählt, als daß er fromme Gesinnungen hattetund in Pumbadita begraben war, wo sein Grab noch in spätesterZeit ein Gegenstand der Verehrung war^). Nach seinem Tode bracheine Spaltung in seinem Hause aus, welche kein günstiges Licht aufseine Söhne wirft. Bostanar hinterließ nämlich mehrere Söhne vonverschiedenen Frauen, von denen einer Sohn der persischen Königs-tochter Dara war. Dieser mag, weil in seinen Adern königliches Blut

*) Lolrarastaui, Religionssekten Text. Ourstorr 132 f. Haarbrücker'sUebersetzung I. 2V0.

") Scherira Sendschreiben. O-oläbsrA S. 39. Vergl. Note 13.

0- Der Titel Gaon scheint nicht hebräischen, sondern arabischen oder per-sischen Ursprungs zu sein.

Folgt aus dein Gutachten Rsspoirss, Lolraars 2säsk p. 3 a, Xo. 17.

o) Benjamin von Tudela ItrnsrLrrum bei der Stadt Pumbadita.

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