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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

vor einen jüdischen Häuptling zu bringen, weil sie von einem solchenmehr Unparteilichkeit erwarteten als von Mohammed. So nahmeinst ein Mohammedaner den jüdischen Häuptling Kaab Jbn-Ascharafund dagegen sein Gegenpart, ein Jude, Mohammed zum Schieds-richter Z. Mohammed hielt sich eine Zeit lang einen jüdischen Sekretärfür seine Correspondenz, weil er selbst des Schreibens unkundig warDen Juden Medina's war dieses Entgegenkommen von Seiten einesso viel .verheißenden Mannes sehr schmeichelhaft. Sie betrachtetenihn halb und halb als jüdischen Pro seihten und glaubten durchihn das Judenthum zur Macht in Arabien gelangen zu sehen. Einigevon ihnen schlossen sich ihm innig an und wurden seine Hilfsgenossen(Ansar), darunter ein gelehrter Jude Abdallah Jbn-SalLm ausdem Stamme Kainukaa und Mukchairik aus einer angesehenenFamilie der Alghitiun Abdallah soll ihm, ehe er sich zu Mohammedbekannte, drei Fragen vorgelegt haben, um ihn zu Prüfen, ob er vonprophetischem Geiste beseelt sei. Die drei Fragen lauteten:In welchemFalle nimmt das ungeborene Kind das Geschlecht des Vaters und inwelchem das der Mutter an; was wird den Frommen im Paradiesezur Speise vorgesetzt werden, und welches ist das Zeichen des jüngstenTages." Diese drei Fragen, die aus dem Kreise der talmudischenAgada entnommen sind, soll nun Mohammed, sicherlich von einemandern vertrauten Juden inspirirt, richtig beantwortet haben. Abdallahsoll von diesen Antworten so betroffen gewesen sein, daß er Mohammedals einen göttlichen Propheten anerkannt hat ^). Abdallah und andereJuden waren Mohammed bei den Offenbarungen des Koran behilflich,und die ungläubigen Araber hielten es ihm oft genug vor, daßerein Ohr sei" (Alles gläubig annehme),daß ihn nicht der EngelGabriel, sondern ein Mensch belehre""). Indessen, wenn ihn auchAbdallah Jbn-SalLm und andere jüdische Ansar unterstützten, sowaren sie weit entfernt, seinetwegen das Judenthum aufzugeben, sondernbeobachteten nach wie vor die jüdischen Gesetze, ohne daß MohammedAnfangs Anstoß daran genommen hätte").

Aber nur ein geringer Theil der Juden Medina's traten zuder Schar der Gläubigen über, besonders als sie sein selbstsüchtigesStreben, seinen Hochmuth, seine unersättliche Geschlechtsliebe erkannten.

9 G'alalein zu Sura 4, 58 bei Mg.rs.ooio >58 b.

") Quellen bei Weil: Mohammed 140, Note 209; Ogussin äs l?srosvs,1das. III. 74.

b) Osussin äs I'srssvs.t das. 25. Bei Weil das. S. 93, Note 120.

") Vergl. Geiger: Preisschrift S. 39.

°) Weil das. S. 90, Note 115.