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Geschichte der Juden.
sie den Juden Stammrechte, d. h. Gleichberechtigung an allen Vor-theilen der Gesellschaft ein.
Bei dem innigen Verkehr zwischen Juden und Arabern undbei der reichen Belehrung, die das Judenthum den Söhnen derWüste darbot, deren unpoetische Mythologie ihnen keinen Stoff zurBegeisterung lieferte, konnte es nicht fehlen, daß manche arabischeHäuptlinge eine besondere Zuneigung zum Judenthume faßten undsich dazu bekehrten, ohne daß es gerade die Juden auf Bekehrung angelegthätte». Da die Araber noch im Heidenthume die Beschneidung hatten,so war der Uebertritt zum Judenthume ein ganz Leichtes. Bei demengen Zusammenhänge und dem Aufgehen der Familienglieder imStamme nach der phylarchischen Verfassung der Araber, brachte esdie Ordnung mit sich, daß, wenn der Häuptling, als der Weiseste,zum Judenthume überging, er sogleich seinen ganzen Anhang mitherüberzog. Von mehreren arabischen Stämmen wird ausdrücklichbeurkundet, daß sie sich zum Judenthume bekehrt Habens: die Benu-Kinanah, ein kriegerischer, streitlustiger Stamm, der mit den hoch-angesehenen Koraischiten in Mekka verwandt war, ferner mehrereFamilien aus dem Stamme Aus und Chazrag in Jathrib, die vonden Familien Zoraik, Haritha, Nad-dgar und endlich ein ghassani-discher Stamm, aus welchem ein gefeierter jüdisch-arabischer Dichterhervorgegangen ist.
Epoche machend in der arabischen Geschichte ist aber der Ueber-tritt eines mächtigen jemensischen Königs zum^ Judenthume, dessenGeschichte früher in das Dunkel der Sage gehüllt war und erst durchneuentdeckte Quellen und mühsame Forschung den Charakter einerbeglaubigten Thatsache erhalten hat. Die Fürsten oder Könige vonJemen mit Namen Tobba, welche öfter über ganz Arabien herrschten,führten ihren Ursprung geschichtlich auf den Stammvater Himjarund sagenhaft auf Kachtan zurück. Einer dieser Tobba, der jüngere,mit Namen Abu-Kariba Assad-Tobban (Sohn des Maliki-Kariba)war ein Mann von Einsicht, Kenntnissen, dichterischer Begabung undvon einer Tapferkeit, die ihn zu Eroberungen aufstachelte. Abu-Karibaunternahm also einen Kriegszug (um 500) einerseits gegen Persien,das damals unter dem König Kavad zerrüttet war, und andrerseitsgegen die arabischen Provinzen des byzantinischen Reiches. Aufseinem Zuge berührte er die nordarabische Hauptstadt Jathrib und
äs tsvaM Nseoarn oriZins, Berlin 1849, bei Schade. Die Verwandtschaftzwischen Arabern und Juden durch Abraham galt schon vor Mohammedals Thatsache.
*) Vergl. Note 10. I. Ende.