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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

statt. Der ganze öffentliche und friedliche Verkehr beruhte auf diesenMonaten. Da die Araber aber nur zwölf Mondmonate zählten, sofielen die Friedensmonate nach und nach in alle Jahreszeiten und inZeiten, wo das Reisen und der Geschäftsverkehr erschwert waren. Ge-lehrte Juden aus Jathrib lehrten daher die Araber, einen Monat insolchen Jahren einznschalten, welche hinter dem Sonnenjahre sehr zurück-blieben. Und die Araber nahmen den neunzehnjährigen Cyclus vonden Juden an (um 420*> und nannten die Einschaltung Naßi, sicherlichvon dem Umstande, weil die Juden ihren Festkalender von ihremNaßi (Patriarchen) zu empfangen pflegten.

Es gelang den Juden sogar, die Araber über ihren geschichtlichenUrsprung zu belehren, von dem ihre Erinnerungen schwiegen, undden sie gläubigen Sinnes als ihr Ureigenes annahmen. Es lagnämlich den Juden viel daran, von den Arabern als Stammverwandtebetrachtet und anerkannt zu werden. Es waren zu viele gesellschaft-liche Interessen daran geknüpft, als daß sie es sich hätten entgehenlassen sollen. Der Mittelpunkt des Landes, die heilige Stadt Mekka(Alcharam), um einen alten Tempel (Kaaba, das Viereck) oder eigent-lich um einen schwarzen Stein erbaut, an der Grenze zweier feindlichenHauptstämme, der Uraraber und der unechten, eingewandertenAraber (Mostarab) gelegen, war ein Asyl für sämmtliche Araber,an dem das Schwert nicht aus der Scheide kommen durfte. Diefünf Messen, die größte zu Okaz und die übrigen zu Mengannaund Minai bei Mekka, zu Honain zwischen Mekka und Thais, unddie fünfte zu Dh'ul-Megaz am Hafen, konnten nur in den vier heiligenMonaten des Jahres bezogen werden, wo der Gottesfriede herrschte.Wer diesen Waffenstillstand und die Sicherheit des Lebens inmitteneiner kampfeslustigen und gegen Blutvergießen wenig gewissenhaftenBevölkerung mitgenießen wollte, mußte seine Verwandtschaft mit denArabern Nachweisen, sonst war er von diesen Vortheilen ausgeschlossen.

Zum Glücke erinnerten sich die arabischen Juden der Abstammungder Araber, wie sie in dem ersten Buche des Pentateuchs angegebenist, und sie bot ihnen eine Handhabe, ihre Stammverwandtschaft mitden Arabern darzuthun. Nach der biblischen Genealogie war Eber(Heber) Stammvater der Hebräer und sein Sohn Joktan Stamm-st Diesen interessanten Punkt überliefern dis meisten arabischen Schrift-steller, von den ältesten Abu-MLschar, Albiruni und Maßudi bis auf Abulfeda.Vergl LIsmoirs äs 1's.oa.äsmis äss msorixtions vol I-XVIll x. 616 ff.;lournsl nsintigns 4ms. ssris D. I. p. 846, uud die ausführliche Abhandlungvon Mahmud Effendi: sur Is oslsnärisr nrnbs nvnnt l'istamisms imäornmsl nsinbigns 5ms. ssris D. II. x. 173 ff.