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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Judäa.

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schießen und fielen die Christen an. Die jüdische Jugend machtegemeinsame Sache mit ihnen. Beide vereint, metzelten ihre christlichenGegner Cäsareas nieder und zerstörten die Kirchen. Als der Statt-halter Stephanus den Christen zu Hilfe eilte, bedrängten sie ihn undseine militärische Begleitung so hart, daß er sich in sein Amtsgebäude(Uraetorluw) zurückziehen mußte, tödteten ihn in seinem Hause undverbreiteten Schrecken in der Stadt und Umgegend (Juli 556). DieSamaritaner rechneten wahrscheinlich auf einen ihrer Stammesgenossenmit Namen Arsen ios, der bei der allmächtigen Kaiserin allmächtigerGünstling war und für sie geheime Aufträge besorgte^), Stephanus'Gemahlin eilte nach Konstantinopel, um den Kaiser von den Unruhenund dem Tode ihres Gatten Anzeige zu machen, und Justinian sandtehierauf dem Statthalter des Orients, Amantius, der 'in Antiochienresidirte, den Befehl zu, mit Waffengewalt einzuschreiten. Amantiuskonnte den Auftrag leicht ausführen, da die Bewegung nicht vonernstlicher Bedeutung war, indem weder sämmtliche Samaritaner, nochJuden Palästinas sich dabei betheiligt hatten. Die Strafe traf daherauch nur die Schuldigen, die aber dem Geiste jener Zeit angemessenwar: Köpfen, Hängen, rechte Hand abhauen und Güterconfiscation ^).

Justinian's Nachfolger, Justin der Jüngere, scheint keine Ver-änderung in den Gesetzen gegen die Juden vorgenommen zu haben.Wiewohl er die drückenden Bestimmungen seines Vorgängers gegendie Samaritaner erneuerte und dieselben des Rechts beraubte, letzt-willige Verfügung über ihr Vermögen zu treffen und Geschenke anLebende zu machen, so findet sich von ihm kein Edikt znm Nachtheilder Juden, Unter den beiden vortrefflichen Kaisern Liberias undMauritius ist von Juden keine Rede. Erst unter dem ThronräuberPhokas, welcher die Zeiten der Caligula und der Commodns wiederheraufbeschwor, kommt eine Begebenheit vor, welche beweist, wie sehrdie Juden von der Willkür der Beamten und dem Uebermuth derGeistlichen gelitten haben müssen, daß sie zu grausamer Thätlichkeithingerissen wurden. In Antiochien, wo ein Haß zwischen Juden undChristen seit Jahrhunderten bestand und durch stete Reibungen nochmehr gesteigert wurde, überfielen die Juden, vielleicht bei Gelegenheitvon Wettfahrten im Circus, ihre christlichen Nachbarn, vergalten ihnendie erlittenen Unbilden mit gleichem Maße, tödteten diejenigen, die inihre Hände fielen, und warfen sie ins Feuer, wie es jene mit ihnen

') Das, Uistorta, ai-caus, säit, Uouu p, 15052 und Oz'rillusxolitauus 8t. 8abs,s vita tu rrionurusiita sealssias Arasos-s säit, Ootslsrii1, III, x, 340,

2) Nslslas ObronoAraplais, 488. Nbsopliuuss olarcuroAraxllis, I, 356.