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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Justinian und seine judenfeindlichen Gesetze. 21

war bei den Inden im Allgemeinen nicht so lebhaft, daß sie davonhätten Gebrauch machen sollen. Die Partei, die es gewünscht hatte,stand vereinzelt, .und allznschwer war es nicht, wo die Gemeindeneinig waren, den Gottesdienst in hergebrachter Weise zu begehen undsich den Augen der Behörden zu entziehen. Die Kanzelredner fuhrenfort, sich der bisher üblichen Auslegung zu bedienen und unterließenes keineswegs in ihren Vorträgen versteckte Angriffe auf das juden-seindliche Byzanz zu machen.Dort giebts Gewürm ohne Zahl"lPsalm),das bedeute die zahllosen Edikte, welche das römischeReich (Byzanz) gegen uns schreibt; die großen und kleinen Thiere,das sind die Herzöge, Statthalter und Heerführer; wer sich ihnenzugesellt (von Juden) wird einst zu Spott werden ^)."Wie derabgedrückte Pfeil nicht eher wahrgenommen wird, bis er das Herzgetroffen, so geht es mit den Dekreten Esaus (Byzanz). Seine Pfeilekommen plötzlich, und man gewahrt sie nicht eher, bis das Wort ge-sprochen ist, ob es gilt Hinrichtung oder Kerker. Der Pfeil, der amTage fliegt, das sind ihre Schreibereien ^)." In diesem Sinne predigtendie Lehrer in Judäa. Die Fürsorge des byzantinischen Hofes fürdas Seelenheil der Juden vergewissern noch andere Erlasse und Ver-bote. Sie durften nicht in den Synagogen den Vers des Einheits-bekenntnisses recitiren, als wenn auch nur das Aussprecheu desBekenntnisses:unser Gott ist einig-einzig" ein lächerlicher Protestgegen die Dreieinigkeit wäre. Sie durften ferner nicht im Gebetden Versheilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth" sprechen, weildieser Vers, christlicherseits als unwiderleglicher Beweis für die Drei-einigkeit geltend gemacht, von den jüdischen Vorbetern deswegen miteinem erläuternden Zusatz gegen die Dreieinigkeit gesprochen wurde.Endlich durften sie nicht an Sabbaten die Abschnitte aus dem ProphetenJesaia öffentlich lesen und auslegen, welche für das elende, sturm-gepeitschte ungetröstete Zion Trost und Erhebung aus dem Staubeverheißen. Damit die Juden ja nicht diese Verbote übertreten, fandensich Aufpasser in den Synagogen ein, welche das Gebet zu überwachenhatten. Diese weilten zur Beaufsichtigung an Sabbaten und Fest-tagen, an denen der Gottesdienst länger dauert, stundenlang in denBethäusern. Die Juden mußten sich fügen; um nicht Strafen zuverfallen, sprachen sie die verbotenen Gebetstücke leise oder versammeltensich zitternd zum gemeinsamen Beten zu einer anderen Tageszeithinter dem Rücken der Auflaurer.

st Härusoll Tsllilliru zu Psalm 104.

st Das. zu Psalm 120.