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vereinzelt wirkenden Lehrer waren jedenfalls ohne einen tiefen und allgemeinenEinfluß auf das Volk. Von den palästinensischen Meistern zurückgedrängt undin den Schatten gestellt, führten sie auch ein mehr schattenhaftes Dasein ohneAnsehen und ohne nachhaltige Bedeutung. Das war aber ein Mißverhältnis;,daß die bei weitem größere jüdische Bevölkerung in den Euphratländern inihrem geistigen und religiösen Leben von dem entfernten und mit Juden zurZeit weniger bevölkerten Palästina ganz abhängen sollte. Das mußte auf dieseit alter Zeit in den Euphratländern eingesessene und weit verbreitete Juden-schaft lähmend wirken. Mit dem Eintritt von Nab und Samuel wurde esaber wie mit einem Schlage anders. Zu diesen aus seiner Mitte hervor-gegangenen Meistern fühlte sich das Volk hingezogen, indem es sich ihrenLehren und Bestimmungen willig unterorduete. Es war, als hätte der Wissens-drang im Volke nur auf den Ruf dieser Meister gewartet, so strömten dieJünglinge zu Tausenden von allen Seiten herbei, um die Lehrhäuser von Suraund Nahardea zu füllen.
Allerdings kam diesen Männern die politische Verfassung der Juden indiesen Ländern zu Gute. Die Stellung des Exilarchen, dem das Recht zukam.Schulen zu gründen, Richter einzusetzen und das Gemeindeleben zu organisieren,gewährte den Männern, auf deren Rath der Exilarch hörte, einen erhöhtenEinfluß. Dadurch kamen diese auch mit dem Volksleben und seinen Bedürf-nissen mehr in Berührung, viel mehr als die palästinensischen Lehrer, weshalbauch die Kluft zwischen dem Talmud-vlmeüam und dem ilm-lmars?, wie siein Palästina war, hier nie bestand.
Aber die Arbeit dieser Männer war auch sehr groß. Es galt einen nochwenig bebauten Acker zu bestellen. Schon die Errichtung der Schulen wareins große und bedeutende Leistung, da die hier ausgebildeten Jünglinge indie Heimath zurückkehrend als Führer, Lehrer und Richter den Geist dieserSchulen in das Volk hinaustrugen und in die Praxis umsetzten. Aber es galtauch das ganze Gemeindelebeu zu organisiren. Wie die Grundzüge der späterso berümten periodischen Lehrversammlungen sowie die Organisation des Schul-wesens überhaupt unzweifelhaft auf diese Zeit zurückzuführen ist, so hat auchder spnagogale Gottesdienst durch Rab und Samuel eine neue und festeForm erhalten. Der vereinten Thätigkeit derselben sowie jedem von ihnenbesonders verdankt das jüdische Gebetbuch auch eine wesentliche Bereicherung.
Durch die in alter Zeit getroffenen Einrichtungen stand das Lesen des Ledsmaund die T'sxüilla festi Das Soüsma. des Morgens und des Abends und dieIspüUIa. zum mindesten zweimal des Tages am Morgen und vor dem Abend').Ebenso war bereits zur Zeit des Tempels mit dem Morgen-Loüsnm eine Benedik-tion vorher und nachher verbunden ^). Die Benediktion nach dem Loüsiua war dasübliche Gebet non, das im Laufe der Zeit allerdings manche Zusätze undVeränderungen erfahren hat; über die dem Lotisws. zur Zeit des Tempels vor-angehende Benediktion waren die ersten Amoräer im Zweifel ") Jedenfallswaren zur Zeit der Mischna zwei Benediktionen vor dem Morgen-Loüsiua.sowie die vier Benödiktionen, welche das Abend-Loüsma umschließen, bereits
') lieber die IsplnIIa am Abend waren noch Abaji und Raba nicht einig,ob dieselbe als obligatorisch anzusehen wäre. Lsraoüob 27. l>.
2) Vamiä V.
2) Lsraoüod 1l. l>.
Graetz, Geschichte der Juden. IV.
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