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Geschichte der Juden.
wie die reuigen Tübinger. Weist mm die Erwähnung des „Gräuels der Ver-wüstung" auf die hadrianische Zeit hin. so werden die übrigen Züge dieses merk-würdigen Kapitels nicht minder darauf Bezug haben, wenn man nur diejenigendavon abzieht, welche teils dem alttestamentlichen Prophetenstyl, theils derVolksvorstellnng von der messianischen Leidsnszeit (n-iro >7rn) entlehnt sind.Sogleich der Eingang. Ans die Frage der Jünger, welche Zeichen seinerWiederkunft vorangehen werden, antwortet Jesus angeblich, eigentlich stors4'osuvrs, warnend: „Sehet zu, daß euch nicht Jemand verführe, denn eswerden viele kommen und sagen, ich bin Christus (der Messias! rc. Wenn ihrwerdet hören Kriege und Kriegsgeschrei, so fürchtet euch nicht rc." Dieser ri?welcher sich als Messias aufwerfen wird, vor dessen Verführung die Gläubigenbesonders auf ihrer Hut sein sollen, kann kein anderer sein, als der Messias-könig Bar-Kochba, dessen Patriotismus nicht ohne begeisternden Einfluß auchauf die Judenchristen gewesen sein mag. Die Kriegs und Kriegsgsschrei unddie Worte: ,,es wird aufstehen ein Volk wider das andere", sind nicht minderZüge aus der Bewegung des Bar-Kochba'schen Aufstandes gegriffen, und er-innern an die gewaltige Bewegung seiner Zeit, welche Dio Cassius mit denWorten schildert: xal I»? e-ri roiirw
daß das ganze römische Reich in Aufruhr war. Aus der Bar-Kochba'schenZeit scheint ferner der Zug entnommen: „und sie werden euch überantwortenvor die Rathhäuser (o-„i^t») und Schulen (Synagogen) und ihr werdetgestäupt werden", es erinnert an die Nachricht von Justin und Eusebius,daß Bar-Kochba die Christen (Judenchristen) bestrafte, weil sie Christus nichtverleugnen und nicht gegen die Römer kämpfen wollten. (4 ^.poloZis, I. 31.)
küÄkl'kv Besser motinirt es Eusebius, Chronik zum 17. I.
Hadrians: . . . Oovstsöa8 plurimos Eüristianos äivsrsis suxxlisiis nkksoit, sognoct no1ui88siit proüemei onm illo pnKuatum oontra, Lomgmos.Bemerkenswerth ist, daß die Evangelien nur von Stäupen (ö-rglvka»-! d. h.Geißslhieben, und nicht von Todesstrafen sprechen, daß demnach dieriuw'rlc» (omnimoäia ernoiatidus usaars), mit welchen Justin und dieSpäter» Bar-Kochba die Christen verfolgen lassen, höchst übertrieben scheinen.Denn die Worte des Matthäusevangelium „sie werden euch tödten und ihrwerdet gehaßt sein", beziehen sich nicht auf jüdische Richter, sondern wollen nurin der Kürze das aussagen, was das Marcusevangelium in größerer Aus-führlichkeit hat: „ihr werdet vor Statthalter und Könige geführt
werden, um meinetwillen zum Zeugniß für sie", und die Worte haben offenbarjene Verfolgung zum Hintergründe, welche die Christen unter den KaisernDomitian, Trajan und Hadrian (in seinen ersten Regierungsjahren) von denStatthaltern der Provinzen zu erdulden hatten. Für unfern Zweck sind nochdie Züge wichtig, daß ein Bruder den andern verrathen wird und die Kindersich wider die Eltern empören", welche verstohlen andeuten, daß innerhalb derjudenchristlichen Genieinden ein Zwiespalt ausgebrochen war; ferner dis grausigeSchilderung von der Verfolgung nach dem Aufstellen des Gräuels der Ver-wüstung, von welcher auch die Christen betroffen werden, die unzweideutig dieLeidenszeit unter Hadrian und seinem Statthalter Rufus vergegenwärtigten.Daß dieses ganze Kapitel der Parusie ein judenchristliches ist, erkennt man, vonallem andern abgesehen, an den Worten: „Bittet, daß eure Flucht (vor demhadrianischen Zorne) nicht geschehe im Winter oder am Sabbat". Merk-