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Die angeblichen Urden Jesu von der parnste und Kar-Kochba «Verhalten zn den Indenchristen.
Die Resultate der höheren neutsstamentlichen Kritik, das nämlich der ur-christliche Literaturkreis nicht historische Facta aus dem Leben tradirt, sondernlediglich das Pathos und die Situation der Abfassungszeit abspiegelt, bestätigtsich immer mehr, je tiefer man in das Detail mit unbefangenem Blicke ein-dringt. So enthalten die synoptischen Evangelien eine lebendige Schilderungder Bar-Kochba-Zeit und der darauf folgenden Leiden durch die hadrianischeVerfolgung, und die Anspielungen auf diese Facta sind so deutlich, so in dieAugen fallend, daß dabei nur Eins zu verwundern ist, wie diese Züge denKritikern und Reconstrnktoren entgehen können. Wer wird auch nur einenAugenblick verkennen, das; die Worte in den zwei ersten Evangelien: „Wennihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, rpy,,»!-
«kms - 2 D p'pL'n, cvrycw') davon gesagt ist durch den Propheten Daniel,
stehend an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf), alsdannfliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist" (Matthaeus 24. 15 Marcus13. 14.), wer kann verkennen, daß sie von jenem Gräuel zu verstehen sei, daßHadrian ein Jupiterbild und seine eigene Statue lHaäriaui statua ob äovisiäoium) in das Allerheiligste stellen ließ? Diese Anspielung liegt so sehr aufder Hand, daß selbst Hieronymus (in seinem Commentar zu Matthaeus) sie nichtübersehen hat. Zu der lächerlichen Erklärung vom Antichrist und vom Cäsar-bilde, das Pilatus in den Tempel hatte stellen lassen wollen, fügt dieserKirchenvater die richtige hinzu: Man könnte die Worte des Evangelisten auchvon Hadrian's Reiterstatue im Allerheiligsten verstehen, die noch bis aufseine Zeit daselbst gest nden: totest nntsm simpliciter aut äs 24utiodristoaoeipi, aus äs imaZius Oassaris, guam Pilatus xosuit in tsmpia, aut äsHaäriaui sgusstri statua guas in ipso sauoto sauotoruiu locousgus in prasssutsm äism ststit. Vergl. auch Luiäas sud voes
Es ist höchst unbegreiflich, wie man das Kapitel der Parusie nochimmer auf den Untergang Jerusalems ^) unter Titus beziehen kann, da indiesem Drama der Zug von der Ausstellung des „Gräuels der Verwüstung",offenbar der Vordergrund in dem Nachtstücke des Kapitels, ganz und gar fehlt!Das heißt doch wahrlich in der Exegese hinter Hieronymus Zurückbleiben: Esist bezeichnend für Strauß' romantisch flimmernden Standpunkt, daß er dasKapitel von der Parusie und damit die Abfassungszeit des ältesten Evangeliumin Titus' Zeit verlegt (Leben Jesu für das deutsche Volk S. 238 sg.) ganz so
^) Interessant ist die Bemerkung, daß das dritte Evangelium, welches alleübrigen Züge dieses Kapitels mit den beiden ersten gemein hat, gerade diesenZug von dem Gräuel der Verwüstung nicht hat, oder vielmehr demselben einesolche Wendung giebt, daß die Prophezeihung auf den Untergang Jerusalemsbezogen werden kann: „Wenn ihr sehen werdet Jerusalem belagert von einemHeer, dann wisset, daß hsrbeigekommen ist ihre Verwüstung, alsdann, wer inJuda ist fliehe rc." (20. 21.) Hier ist offenbar das rüre or-
r ans ry? gebildet. Man wird daher kaum
daran zweifeln, daß die Fassung in den ersten zwei Evangelien ursprünglich ist,die des dritten aber das Bestreben zeigt, die Anspielung auf die hadrianischeZeit zu verwischen.