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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

liefen also 65 Sonnenjahro. Das Lecksr Olam rechnet aber, wie wir gesehen,von koksmos Vespastans bis zu Quietus 52, von diesem bis zum Beginns dosAusstandes unter Bar-Kochba 16 und dieser selbst dauerte 3^2, also im Ganzen71^2 Jahre. Diese müssen als kürzere Mondjahre angesehen werden, außerdem2 Jahre, um welche die talmudische Chronologie die Tempelzerstörung undden ?ol6iuo3 Vespasian's früher anseht so. S. 409) und endlich liegt ihnennoch eine ungenaue Doppelzählung eines und desselben Jahres zu Grunde.Die Relation R. Josö's (b. Chalafta) von 52 Jahren Betars nach der Tempel-zerstörung, auf die sich Rapoport. als auf eine Hauptstütze für seine Annahme:der Betarsche Krieg in der ersten Zeit Hadrians, beruft, steht mit diesemCalcül durchaus nicht in Widerspruch. Er heißt nämlich: omiri a'irrm -on 'm-ma? iri-r nirp (so Isrus. .stlaanit IV. x. 69. a,; UiärasokrPstrsui Nabba p. 7l. b. und 8a. kr.). oder in'r ist aber nicht

dasselbe wie -vwr oder wie es Rapoport nach dem unzuver-

lässigen Lsäsr Olam gutta auffaht. Es scheint weit eher Anfang derBlüthe als Zerstörung zu bedeuten

So hat sich denn, ich möchte sagen, unwiderleglich gezeigt, daß das LeckerOlam von Jose b. Chalafta und die Tradition der Mischna den chronologischenRahmen zu den drei Revolutionen oder Kriegen der Juden auf palästinensischemBoden gegen Vespasian, Quietus-Trajanus und Hadrian enthalten, derdurch anderweitige Nachrichten ausgefüllt wird. Wir kommen jetzt zum Apo-kryphen Judith, nachdem alle Hindernisse beseitigt sind, welche das richtige Ver-ständnis; desselben erschweren. Ich wiederhole noch einmal, daß Hitzig-Volkmar'sAnsicht von der Abfassungszcit desselben unter dem Eindrücke des Quietus-Hadria-nischen Aufstandes sich als das Plausibelste empfiehlt. Daß das Buch keine wahreHistorie enthält, giebt wohl heutigen Tages jeder Theologe zu, der nicht ganzund gar mit der Wissenschaft gebrochen hat und sich geflissentlich gegen kritischeNeberzeugungen verstecken will. Die makkabäische orer richtiger vorhasmonäischeZeit während des Druckes und des Hellenisirungszwauges unter AntiochosEpiphanes rcflektirt der Inhalt nur sehr dürftig; gerade das Hauptmomentund das Pathos jener Zeit sind gar nicht darin angedeutet. Wie gut sinddagegen die Gestalten aus der Trojanischen Zeit gezeichnet. ArphaxandArsaces König der Parther, Nebuchaduezar, König von Assyrien in Ninive Trajan und Holophernes I., sein gewissenloser Feldherr Quietus!Wie deutlich hebt die Jahrcsangabe diese Parallele hervor. Im 17. JahreNebuchadnezars wird Arphaxad von ihm besiegt (l,13j; im 18. sendet er Holo-phernes, den zweiten nach ihm, alle Völker zu unterwerfen (2.1), und so mußauch gleich im Anfang das sechzehnte Jahr Nebuchaduezar, als er sich zumgewaltigen Kriege rüstet, stehen, mag nun eine Handschrift diese Zahl statt 12.oder 13. haben oder nicht; man lese die durchgreifende Parallele zwischen denangeblichen Zügen und Siegen Nebuchadnezars und denen Trajans bei Volkmarnach; sie ist schlagend. Warum hat der Vers, aber gegen die geschichtlicheWahrheit Nebuchaduezar gerade nach Assyrien und Ninive verlegt, warum hater ihn nicht in Babylonien gelassen? so sragt Lipsius (das. S. 44 fg.). DieseFrage kann nur aus der damaligen jüdischen Anschauung und Stimmung be-antwortet werden, deren Niederschlag die agadische oder Nickrasekr-Literatur ist.Man kann christliche Forscher auf diesem Gebiete nicht genug ermahnen, sich mitder Agada vertraut zu machen, ohne welche jeder Schritt zur Erklärung derEvangelien und Apokryphen unsicher bleibt. Das Beispiel, das ich hier anführe,wird die Mahnung bestätigen. Agadische Sentenzen in Osnssis Labba. o. 16.