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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Volkmar und von mir ausgestellten Argumente ihre Beweiskraft verlieren. DerBeweis von Dio Cassius (68, 32 ): dag Lusius Quietus wegen seines Ver-nichtungskrieges in Mesopotamien und auch gegen die dortigen Juden zumHegemon, gewissermaßen zum Legaten von Palästina, von Trajan ernannt

ist allein nicht entscheidend; denn es folgt noch nicht daraus,daß in Trajans Zeit in Palästina ein Ausstand ausgebrochen wäre, den Quietuszu dämpfen gehabt hätte. Auch das Zeugniß Spartians, daß im Anfang derhadrianische» Regierung Palästina und Lycien einen aufständischen Sinn gezeigthaben: I-^oia st kalasstiua redsllss aniiuos stksrsdaut (in Haäriauum e. I.)spricht auch nicht deutlich genug von einem faktischen Aufstande. DasMärtyrerthum des Bischofs oder Presbyters Symeon Clopa, dessen DatumVolkmar ins Jahr l 16 versetzen zu können glaubte, hat Lipsius so ziemlichaller Beweiskraft entkleidet. Dasselbe ist entweder überhaupt sagenhaft oderfällt, wenn geschichtlich, ins Jahr 102163 (Lipsius das. Jahrg, 1859 , S. 90 ff ).

So bleibt denn nur noch meine Combination des I>o 1 siuo 8 sestel (jurtosals alleiniges Argument für einen Aufstand der palästinensischen Juden unterTrajan übrig. Da nur dieses allein das ganze Gewicht der Beweiskraft tragenmuß, so bin ich verpflichtet, es besser zu begründen und auch Lipsius' Einwürfezu widerlegen, daß derselbe sich nicht auf den Ausstand der Juden in Mesopo-tamien, sondern gerade auf Palästina bezieht. Um den Leser in den Stand zusetzen, selbst darüber zu urtheilen, setze ich die betreffende Stelle aus der ciuasi-Chronik des Leclsr Olam (Ende) hierher. Dasselbe tradirt (nach der richtigenLesart, welcheVsarsa äs' Ross! aus einer Handschrift vom Jahre 1370 erhaltenhat (illsor Unajiiu o. 19 ): vi-'orvn 7 v' c>:o7:e 7p v: 27:->2

L:v 7 -°>,v. ,->vL' 72 » o: 27 :°> 7 P vw'llron 0727 : 22 . ll':i 2 L>

a'-vE 'r navw n:r7.2:. .7ve- nr-n.i .71282 7p oin'p. Also vier

Polemoi oder Kriegsfährlichkeiten werden hintereinander aufgezählt, wohlver-standen solche, die sämmtlich in Palästina gespielt haben. Von diesen vier zähltdie Mischna, also eine mit dem 8ecler Olam ziemlich zeitgenössische Quelle, nurdie drei letzten auf, aber nicht zu chronologischen Zwecken, sondern als Data füreingeführte Trauerbräuche (8ota Ende) o-mn rviup 7p on'vsvn 7v- 2:28,22na . 7 ^ 27 n 728' n 8 v 7 n:8v rn 72 p 7 p , 7 » (212^7) 212'2 82 2128:22 . 2 i 7 >n .7 7 p:7'p.n z:na ;,'7'2N2 .782 nrn n8^ :7,r ;,7nn.7 0:28122 rrw. Meine Combination,daß man auch 2,2-p statt 2:2-2 lesen müsse, hat sich durch eine alte Handschriftder Mischna (im Besitz des Buchhändlers Herrn Adolph in Berlin) bestätigt;(Maskir, hebr. Bibliographie L. VII. Jahrg. 1864 S. 22). So ist denn dieLesart und damit der kolsrnos solrel (jultos gesichert und unanfechtbar. Gehenwir diese vier Polemoi der Reihe nach durch, um die chronologischen Punklezu fixiren. 1) o-inon 82 2:28:2 achtzig Jahre bis zum Kriege Vespasians. Ichhabe B. III. 4 . Ausl. Note 18 . S. 714 . aufgestellt, daß man für das jedenfallscorrumpirte oiinon lesen müsse 2:77 oder 2 , 7 n: und das Factum bezieht sich aufdie kriegerische Verwirrung nach Herodes' Tod und auf Varus, der sie mitBlut gedämpft hat. Die Zahl der Jahre stimmt allerdings nicht ganz; dennvon Herodes' Tod bis zu Vespasian, d. h. bis zur Tempelzerstörung verliefennur 3 -s- 68 71 Jahre. Neulich erfuhr ich, daß in einer Handschrift des8ecksr Olaiu im Besitze des Herrn Mandelstamm die Lesart Vorkommen soll01771.7 82 2128:2. Aber auch dieses giebt keine genaue Zahl an. Denn Herodeshat nur zu Anfang und am Ende seiner Regierung ein imposantes Gemetzelunter den Patrioten angerichtet; für das erste ist die Zahl zu wenig und für