Note 14.
407
ob die von Montfaucon gesammelten Akyläischen Partieen wirklich alsdie seinigen zu betrachten seien, indem durch Origenss' ZusammenstellungenManches, was dem einen Uebersstzer angehörte, dem anderen beigelegt wurde,kommt es gar nicht darauf an, daß beide Uebersetzungen harmoniren müssen.Onkelos bedeutet weiter nichts, als eine einfache Hermeneutik. Das TargumOnkelos gehört der nachtalmudischsn Zeit an. — Der Uebersetzer Akylasscheint, je mehr man sich die einzelnen Umstände vergegenwärtigt, ganz un-zweifelhaft identisch zu sein mit jenem Akylas, der mit Paulus in Verbindunggebracht wird (Apostelgeschichte 18. 2., Römerbrief 18. 3., 2. Timotheus 4. 19.).Au der ersten Stelle wird Akylas als von Pontus gebürtig angegeben:
/-r», der Uebersetzer war ebenfalls aus Sinope in Pontus, wie Epiphanius(äs ponäsrillns XIV.) und Sifra (8sob Lsllar. 1.9. rorpb rio nft)
bezeugen. Diese Identität des jüdischen Proselyten und des Apostel-gefährten Akylas stellt auch Epiphanius (und nach ihm Capellus) auf, (idiä. XV.),nur muß er ihm, auf der Erzählung von dem Umgang desselben mit Paulusfußend, eine lange Lebensdauer geben, von der Zeit vor der Tempel-zerstörung bis Hadrian. Die gesunde Kritik sieht sich aber genöthigt, daAkylas' Zeitgenossenschaft mit R. Akiba unerschütterlich feststeht,die neutestamentliche Erzählung von demselben als pseudepigraphisch undanachronistisch zu halten, daß nämlich jener Umgang desselben mit Pauluserdichtet sei. Die Sage in der Apostelgeschichte und den citirten Episteln stammtnoch aus der Zeit, als Akylas noch dem Christenthum angehörte, d. h. dertrojanischen Zeit. Daraus würden sich aber einige biographische 2. omente fürAkylas ergeben, daß seine Frau Priscilla geheißen, daß er Teppichweber gewesen,und daß dis Christen auf seine Bekehrung einen so hohen Werth gelegt haben,daß sie ihn als Apostelgenossen ausführten. Weiteres über ihn in der fol-genden Note.
14.
Die Aufstände in Palästina unter Teajan »nd Hadrian unddas Apokryphon Judith.
Sehr viel ist in jüngster Zeit über das apokryphische Buch Judith ge-schrieben worden. Prof. Volkmar hat in verschiedenen Zeitschriften und ineiner eigenen Schrift (Handbuch der Einleitung in die Apokryphen, Th. I.,Tübingen 1860) die von Hitzig hingeworfene Ansicht zu immer größererKlarheit und historischer Thatsächlichkeit entwickelt: daß dieses Apokryphon imAusgange der Trojanischen und im Beginne der Hadrianischen Regierungszeitgedichtet worden ist. Trotz der wuchtigen Einwürfe von Seiten Hilgenfslv'sund Lipsius' (in Hilgenfeld's Zeitschr. f. wissensch. Theol. Jahrg. 1858—59—61)schließe ich mich doch Volkmars Annahme vollständig an, bis auf das, wo —mein geehrter Freund gestatte mir den Ausdruck — er des Guten zu vielgethan hat. Da die Basis für diese Ansicht meine Combination vom Kriegdes Quitos oder Quietus (kolsinos sollst (juidos) bildet, so muß ichgewissermaßen solidarisch dafür aufkommen, meine Combination gegen alleAnfechtung wahren und die Haupteinwürfe widerlegen, welche von gegnerischerSeite dagegen geltend gemacht wurden. Mit Recht bemerkt nämlich Lipsius,der recht gründlich aus dieses Thema eingegangen ist: wenn der kolswos sollstLidos in Nichts oder in einen Scheinbeweis aufgelöst wird, die übrigen von