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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Note I I.

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Realwörterbuche, Artikel Pascha, zusammengestellt und sehr gründlich widerlegt.Den Schlüssel zu diesen Räthseln giebt aber das Verhältniß der synoptischenEvangelien zu dem johanuei'schen. Die elfteren enthalten bekanntlich vielejudenchristliche Traditionen, während das letztere, im heidenchristlichen Kreiseentstanden, wenig davon hat. Die Judenchristen kannten aber nach der Zer-störung des Tempels, als das Opferwesen unmöglich geworden war, nur dasna-7/« ^v^nr-ur-'xoi-, aus dem ungesäuerten Brode (M 22 > 122 ) und dem Weine.mow pa-m) bestehend. Daher wissen die evangelischen Erzählungen nichts vomOpferlamm, sie heben nur hervor das bestimmte pflichtmäßige Brod(ö fl> richtig in Nattüasus 26. 26. -.«Loir rör agror, in den übrigen,

sowie im ersten Corintherbrief, falsch ohne Artikel) und den bestimmtenKelch ?rc>r»)p->ov). Die Judenchristen nahmen diesen jüdischen Brauch(mw) aus dem Judenthum herüber, bildeten ihn aber zu eiuem Symbol derEucharista um und brachten ihn mit Jesu Leidensgeschichte in Zusammenhang.Das Andenken an den Auszug aus Egypten, welches jenes Surrogat des Paschavergegenwärtigen sollte, wurde in das Andenken an Jesus umgedeutet (eis-r^,r k>,jr), und darum mußte Christus selbst das Abendmahl ein-

gesetzt, d. h. das Pascha gefeiert haben. Der Anachronismus, in welchen sichdie Evangelieudichter verwickelten, Jesus das Paschamahl am Pascha-Abend vorseinem Tode genießen zu lassen, entging ihnen, oder kümmerte sie nicht; ihnenwar es nur darum zu thun, Jesus selbst als Stifter dieses Sakraments zuhaben. Das heidenchristliche Johannisevangelium ist aber frei von diesemWiderspruch, weil in dem Kreise seiner Entstehung die Erinnerungsfeier desjüdischen Pascha durchaus unbekannt war. Merkwürdig ist, daß dis späterenEbioniten in ihrem sogenannten Hebräerevangelium eine eigene Wendung imPassahkapitel hatten. Auf die Frage der Jünger;Wo willst du, daß wir fürdich vorbereiten, das Pascha zu essen?" giebt Jesus eins ausweichende Gegen-frage:Habe ich denn gewünscht, dieses Pascha als Fleisch zu genießen:errtAu/tk« xpk«? roüro rr«a^« Dpipliailins L. Dasrssss I.

2. 22 p' 146.)

11 .

Ebioniten, Unraeöre, Minöee.

Die Kirchenväter bezeugen übereinstimmend, daß die Ebioniten auch nochbis ins vierte Jahrhundert das ganze jüdische Gesetz beobachtet haben. Dieselbenfügen hinzu, daß es zwei Parteien unter denselben gegeben, die eine, welcheChristus nur als Menschen verehrte, der aus dem ehelichen Umgänge einesMannes mit Maria erzeugt worden, und die andere, welche ihn von einerJungfrau und dem heiligen Geist geboren werden läßt (Müller,lustinns Martyr, Dialog' oum Drz-Mons. Otto p. ISO. Origines e. Oslsnmund Parallelstellen. Dussdius D. L. III. 28. Lxipiianius aäv. Har-areos stDbionitas. Schwegler, Nachapostolisches Zeitalter I. 180.). Diese mehr spiri-tualistische Sekte nennt man nach Hieronymus' Vorgang Nazaräer. In neuererZeit hat man mit Recht bezweifelt, ob die Nazaräer der nachapostolischenZeit, d. h. des zweiten Jahrhunderts, sich Christus göttlich gedacht haben. In-dessen kommt es auf die Benennung weniger an, genug, daß es eine juden-christliche Sekte gegeben hat, welche neben der strengen Beobachtung derjüdischen Gesetze und im Widerspruche mit ihrer Anschauung, Jesus eine gött-Graetz, Geschichte der Jude». IV. -0