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Geschichte der Juden.
bildung erhalten, und später in den babylonischen Metibtas zur geistreichenDialektik erhoben wurde. Diese drei Zweige, Halacha, Midrasch und Talmudwurden aber nicht in gleicher Weise gepflegt. Zu Zeiten wurde der eine mit Ver-nachlässigung der andern bevorzugt; die Träger der Lehre hatten theils für deneinen, theils für den andern eine besondere Vorliebe, und es bildet einen durch-gehenden Unterschied zwischen Judäa und Babylonien, daß in dem erster» derTalmud in seiner Schärfe kaum gewürdigt wurde, während er in dem letzter»das Lieblingsstudium geworden war. Vergleichs die interessante Nachricht: 1,222-^). 1121 N 1 P2 uv 1:2-28 pi 'in 28128 -i 118 2-11 111 KI1281 112 iliKi K12128 K28p 1812Interessant ist es, wie sich diese Höherschätzung des einen Lehrzweiges vor demandern in der Controverse verräth. N. Simon b. Jochal stellte die Be-schäftigung mit der Mischna höher als die mit der Schrift (s. Lsraollot z. B.)112 i:'K2- 112 K1,222 ,22!P1 12K1 . . . 1'IP 12 'II' ;2 PP22- '1 lvergl. b. Ladaiileriia y. 33 a). Es handelte sich einst um die Eulogie für die Beschäftigungmit der Thora (11111 1212), wobei der Eine unter im nur Mikra verstandenhaben will, der Andere zieht auch Midrasch hinzu, weil sich derselbe doch andas Schriftwort anlehnt, ein Dritter will die Halacha nicht ausgeschlossen wissen,obwohl sie von der Schrift ganz losgelöst ist: 2-1128 112°, -pir »1,228 »:-i '1 12»pK 112818 : -282-11') girl-pir p» 1:2-28 1128 -;-ir 2-11281 »1,228 121» iip8» '111128 i'ir p»11281'ir (112818) 1:2-28 12» PI-' '11 (1128 i'ir. Daß aber auch der Talmud darunter
zu subsummiren sei, davon hatte man in Judäa keine Ahnung, erst Raba, dasnon plus ultra talmudischer Dialektik, vindicirt demselben die Gleichberechtigung1128 -pir 112818 1» 12» »211 ^) (Lsraedot, 11 . d.) — Diese drei Kategorien,Midrasch, Halachot und Talmud, als Unterabtheilungen der Mischna im weiterenSinne, wurden aber von den Später» nicht mehr in ihrer Grundbedeutungerkannt und daher neben der Mischna aufgezählt, so daß, wenn noch die Doppel-benennung von Tosifta für Mischna hinzukam, vier oder fünf Kategorien nebeneinander gestellt wurden. Diese Verwechselung kann als Kriterion für die Jpgendeines Schriftwerkes gelten. So steht ins. iilosä Laban III. p, 82 ä : 0-121 18m'121 11281 12112 11:2-821 .11112 111,282 P12 110» 82K2-, aber in Babli und EbelRabbati in der Parallelstelle: (112112:) O--2-121 112112 2-1122 112-22 11:2-81. Amauffallendsten ist die Verwechselung in Niärasell 6anb 1 . 3 ., wo sogar Thoraneben Mikra als selbstständig aufgezählt wird: (21221 '112112) 212 2" 2222 82»1112K1 112211 11281 11281 112-112 112-2 Kl, 22 1111. Daß hier nicht von bestimmtenWerken die Rede ist, wie Zunz, (G. Vorträge S. 43 N. a.) behauptet, sondernvon Lehrformen, leuchtet bei Betrachtung der Stelle zu sehr ein, als daß esnoch bewiesen zu werden brauchte. Von dergleichen ungenau gehäuften Auf-zählungen der Synonyma, die dazu dienen sollen, einen imposanten Eindruckhervorzubringen, finden sich in den Midraschwerken eine Menge Beispiele, die mansogleich erkennt, so oft sich Gelegenheit bietet, Parallelstellen mit einander zuvergleichen. So z. B. Lsraeliob S. a.: n 2111111 112-2 11 .1121211 »1,22 n 1111
*) Für die Lesart 11281, die Scherira hat, steht in unfern Ausgaben (LabaUsnia 33 . l>.) K12.1 , an anderen Stellen findet sich sogar die jüngere Ausdrucks-weise 2"r- anstatt 1121.1 (Llosä Laban 3 . d ) »11228 v"2-i 1-8 212:1, ebenso das. 21 .2"ir für 11281, wie die Lesart in Löst Laliliabi 0. 6. lautet uud Chagiga 10. a.
. II2818 1121,12 —0"L-1 2"L'2 21121
2) Alfaßi hat eine andere Lesart, welche das Verhältniß dieser Disciplinendurchweg verschiebt und Talmud höher anschlägt als Midrasch, obwohl dieserder Schrift um Vieles näher steht. Diese Lesart erweist sich aber eben dadurchals corrupt.