388
Geschichte der Juden.
manns chronologischer Berechnung st. Firuz 485 chr. Z., folglich ist die Zahl in
8. 1. corrumpirt und dafür zu lesen '
36) Todesjahr des Saina bar Rabba 787 nur bei Scherira; sbeiV. 782j.
37, Tod Rabbina's II. 13. Kislew 711 und Abschluß des Talmud,beide Quellen übereinstimmend.
Um einen Leitfaden zur Orientierung für die Epochen der Tanaiten undAmoräer zu haben, der nicht nur einen chronologischen Nutzen gewähre, sondernauch einen pragmatischen Zusammenhang für manche disparat scheinende Factenbiete, habe ich die seit Abraham Jbn-Daud und Maimuni üblich und gewisser- smaßen national gewordene Eintheilung nach Geschlechtern, im Sinne vonGeneration (mi), oder Gruppen hi-.wn, ns) beibehalten; nur habe ich.esfür nöthig erachtet, hier und da von meinen Vorgängern abzuweichen. Für die ^tanaitische Epoche nehmen siimmtliche Bearbeiter der jüdischen Geschichte ohneAusnahme vier Geschlechter an, nur schwanken sie in dem unverhältnißmäßigausgedehnten zweiten Geschlechts, welches sich vom Tode R. Jochanan d. Sakkai'sbis zum Tode R. Akiba's, d. h. bis zum Untergang Betar's und dem Tode !Hadrian's circa 80—139), erstreckt, welche Tanaiten dasselbe repräsentiren. Ammeisten Konfusion hat in eben diesem Punkte Maimuni (Einleitung zur Mischna), ;der, ein scharfer Logiker und Systematiker, für historische Verhältnisse keinenrechten Sinn hatte. Minder leicht ist die Gruppirung der Amoräcr-Epoche, dienoch schwieriger wird, wenn man auf die judäischen Amoräer Rücksicht nimmt, '
was weder Abraham Jbn-Daud, noch Jechiel Heilperin gethan haben. Dahernehmen dieselben sieben Amoräer-Geschlechter an, indem sie das dritte in dreiverschiedene zerstückeln, und das letzte wiederum ungemein zerdehnen, vonN. Aschi bis zum Abschluß des Talmud, d. h. iu einem Zeitraum von 125 Jahren.
Mir ergaben sich nur sechs Amora-Geschlechter.
Die iniindliche Lehre und die Mischna.
Um den Entwickelungsgang des jüdischen Lehrbegriffes klar zu machen, ^
wovon das Verständnis der jüdischen Geschichte abhängt, ist es unerläßlich,ihn ab lucuuabulis zu verfolgen, und namentlich eine genaue Begriffsdefinitionder talmudischen tsrmini tscbnici zu geben. Die Verwechselung der Begriffs hatzu manchen Jrrthümern geführt, von denen selbst Zun z (Gottesdienstliche Vor- ,
träge S. 43. a.) nicht ganz frei ist. Der Unterschied zwischen schriftlicher ^
und mündlicher Lehre, wiewohl mindestens schon unter dem RestauratorEsra vorhanden, trat wahrscheinlich erst in dem Kampfe zwischen Sadducäismusund Pharisäismus als Gegensatz auf. Jene hieß snssa- o'is-y häufiger aber rnm "oder napQ, diese ns rvssi. auch n8sg> 'ssi oder a-nsw 'nsn oder anpi mro>b. 8nlrüab 46. a. s. III. x. 53 ck. I>ssilrta c. 3). Bei Philo und Josephusheißt die Mündliche Lehre rrnpcrdoms -rolv Trirrkpoiv Im
neuen Testamente und bei Kirchenvätern: ?r«oa<)-!okls In der
jüdischen Literatur nach der Tempelzerstörung bekam sie den Namen nra-o. Dadis Kirchenväter, der Ebionite Hegesippus, der vom Judenthum übergetretene H
Epiphanius und der von jüdischen Lehrern gebildete Hieronymus nrs '2 durch
wiedergeben, so scheint das Wort von 've- „das Zweite" (zur ,