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Geschichte der Juden.
sticht. Er erzählt von sich: „Wenn ein Genosse bei mir zu Gerichterscheint, so lehne ich die Funktion ab, weil ich einen solchen alsBlutsverwandten betrachte und ich unwillkürlich zu seinen Gunstenparteiisch sein könnte" Z. Sein nicht seltener Zuname Tabjome(glückliche Zeit) gab der späteren Sage Veranlassung, nachdem dasAndenken an Jesdig'erd's Gewissenszwang aus dem Gedächtniß ent-schwunden war, seine Zeit als eine besonders glückliche für die jüdischeNation zu Preisen.
Nach Mar, welcher dreizehn Jahre fungirte (455 — 468), wurdeRabba Tnsfah snranisches Schnlhaupt, von welchem aber, wie vonden letzten Amoräern überhaupt, durchaus keine individuellen Züge anf-bewahrt sind, ans denen sich ein Charakterbild entwerfen ließe. Dieeingetretene Leidenszeit im jüdischen Babylonien hatte für Persönlich-keiten kein Gedächtniß. Die Verfolgung, welche die Inden des persischenReichs unter Firnz (Pheroces 458 — 485) erduldeten, übertraf beiweitem diejenigen, welche sein Vater Jesdigerd über dieselben verhängthatte. Die Veranlassung zu derselben soll die Rache gewesen sein,welche dieser von den Magiern beherrschte König an sämmtlichenInden ansüben wollte, weil einige derselben in Jspahan zwei Magiergetödtet und ihnen die Haut abgeschunden haben sollen. Firnz ließdafür die Hälfte der jüdischen Einwohner von Jspahan tödten unddie jüdischen Kinder im Tempel von Horvan gewaltsam für den Feuer-cnltus erziehen-). Die Verfolgung erstreckte sich aber auch über diebabylonischen Gemeinden, wo sie mehrere Jahre bis zu des TyrannenTod dauerte. Der Exilarch Hnni-Mari, Sohn Mar-Sutra's, mitzwei Gesetzeslehrern, Amemar bar Mar-Janka und Mescherschajabar Pacod, wurden in den Kerker geworfen und später hingerichtet(469—70). Es waren die ersten Märtyrer auf babylonischem Boden,und es ist bedeutsam, das auch ein Exilsfürst für das Judenthnmblutete. Einige Jahre später nach Rabba Tusfah's Tod wurden dieFeindseligkeiten noch mehr gesteigert, die Lehrstätten zerstört, die Lehr-versammlungen verboten, die jüdische Gerichtsbarkeit aufgehoben, unddie Jugend zum Magiercultus angehalten (474 Die Stadt Surascheint in dieser Zeit zerstört worden zu sein^). Firnz, dessen Ber-folgungssystem an Hadrian erinnert, erfand etwas Neues, woranjener Kaiser nicht gedacht hat: die Jugend dem Judenthnm zu ent-ziehen und sie durch Gewaltmittel an den persischen Cultus zu ge-
*) Ls-bbat 119. a.
ch Hainen al-Istabaui 4.nnalss eäit Eottnvalät. S. 56. sVergl. Nöldeke,labori n. 118. Anmerkung 4.)
o) Note 1. Labbat II. a.