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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

prophetisch. Von diesem Omen geleitet, eilte er nach Snra und kamgerade zur rechten Zeit an, als die Mitglieder der Hochschule wegender Neuwahl versammelt waren. Sie schickten Abgeordnete an ihn,sich mit ihm wegen der Wahl des R. Acha zu berathen, er aber hieltsie zurück und auch die Andern, die nachgeschickt wurden, bis ihrerzehn waren; dann hielt er einen Bortrag und wurde von den An-wesenden als Resch-Metibta begrüßt (455). R. Acha war über dieseZurücksetzung außerordentlich gekränkt und wandte auf sich den Satzan:Wer einmal Unglück hat, der kann nimmermehr zum Glückegelangen."^) In demselben Jahre brach eine in den babylonischenLändern bis dahin unerhörte Verfolgung gegen die Juden aus, welcheder Anfang einer langen Reihe blutiger Auftritte war, die sie von denletzten neupersischen Königen zu erdulden hatten; ihre Lage ward dadurchnicht besser, als die ihrer Stammverwandten im römischen Reiche.

Jesdigerd III. (440457), seinem gleichnamigen Vorgängerunähnlich, war es, der eine religiöse Verfolgung gegen die Judenverhängte. Sie war zunächst gegen den Sabbat gerichtet, es warnämlich verboten den Sabbat zu feiern (456^). Die Veranlassungzu einer solchen Sinnesänderung der persischen Herrscher gegen dieihnen stets mit Treue zugethanen Juden ist wahrscheinlich in demFanatismus der Magier zu suchen, welche manche persische Königenicht weniger beherrschten, als die geistlichen Rathgeber die morgen-ländischen Kaiser. Die Magier scheinen in dieser Zeit von den ChristenBekehrungseifer und Religionsverfolgungen gelernt zu haben.Amemar, das letzte Schulhaupt von Nahardea, hatte eine Unterredungmit einem Magier, der ihm sein Religionsprinzip von der Doppel-gottheit, dem Lichtgott Hormuz und dem Nachtgott Ahriman, gleichsamaus dem menschlichen Organismus beweisen wollte.Der obere

Theil deines Körpers," sagte der Magier,gehört dem Hormuz undder untere Theil dem Ahriman an," d. h. wie der Mensch zweitheiligund gegensätzlich, ebenso die Welt und die Gottheit; oben der Sitzdes Verstandes und Gefühls, unten der Sitz der Sinnlichkeit. Schla-gend entgegnete ihm Amemar, auf das Bild eingehend-Wenn demso wäre, so sollte Hormuz nicht Ahriman gestatten, einen Kanal durchsein Gebiet zu ziehen." Er wollte hiermit die unzertrennliche Einheitdes menschlichen Wesens darthun^). Religionsgespräche pflegen selten

*) Labs, Ls-tra 12. b.

(So nach Mordtmann I. o. Nach Nöldeke labori Anfang ^ und .lustiGesch. d. alten Persiens p. 186 ff. war dies Jesdigerd II. und dieser regierte438457.)

H Note 1. g^iwsärlu 39. a.