Die Schulhäupter.
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früheren arm an Persönlichkeiten und Begebenheiten. Die Schöpfer-kraft nahm ab und machte der Richtung Platz, das früher Ge-schaffene zu reproduciren und festzustellen; die jüdische Geschichte be-wegt sich in einem engen Kreis, Schulhäupter werden gewählt, lehrenund sterben, und nur durch die eintretenden Verfolgungen erhielt sieeine traurige Abwechselung.
Nach R. Aschi's Tod wählte das snranische Collegium einenGenossen R. Aschi's, R. Jemar oder Mar Jemar (zusammengezogenMaremar), der ohne Zweifel bereits im Greisenalter stand. Erwandte dem Lehrhause vier oder fünf Jahre zu (427—432). SeinNachfolger war Jdi bar Abiu, der noch weniger bekannt als seinVorgänger ist; er führte die suranische Schule zwanzig Jahre, waralso vermuthlich einer von R. Aschi's Jüngern. R. Jdi hatte zumNachfolger R. Nachman bar Huna (452—455), dessen Mittel-mäßigkeit daraus hervorgeht, daß sein Name nicht ein einziges Malim Talmud genannt wird, während viel spätere Amoräer noch einenklangvollen Namen in demselben haben. Während der dreißig Jahrenach Aschi's Tod hatte das noch bedeutungslosere pumbaditauischeLehrhaus zwei Schulhäupter gewechselt. Auf R. Gebiha, Zeit-genosse R. Aschi's, folgte Rafrem II. (433 — 443) und auf diesenR. Rachuma'i oder Nachumai (443 — 456*).
Nach dem Tode R. Nachman's war das suranische Collegiumim Begriffe, die Vacanz mit R. Acha aus Difta zu besetzen. WarumR. Aschi's Sohn Mar bei der Wahl übergangen werden sollte, bleibtein Räthsel; denn allzu jung war er damals nicht mehr, da er beiseines Vaters Leben schon ein unterscheidungsfähiger Zuhörer war,und also zur Zeit der Wahl ein Vierziger gewesen sein mag. Viel-leicht machte sich dabei der Einfluß des Resch-Galuta geltend, dereinem Sohn R. Aschi's, dem sein Vorgänger untergeordnet war, seineZustimmung nicht gegeben haben mochte. R. Acha hingegen warHausgenosse des Exilarchen Mar-Sutra, und wurde wahrscheinlichbei der Wahl von demselben unterstützt^). Mar, der auch denNamen Tabjome führte, war in Machnza, als er die Nachricht vonder Erledigung der suranischen Metibta hörte. Eine Sage erzählter sei durch den Ausspruch eines Wahnsinnigen darauf aufmerksamgemacht worden; er habe die Worte vernommen: „Der Resch-Metibtavon Mata Mechasia zeichnet sich Tabjome." Worte von Wahn-sinnigen hingeworfeu, galten als bedeutungsvoll und gewissermaßen
') Vsrgl. die talmudische Chronologie Note 1.