Kirchenväterlicher Judenhaß.
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in dem neuen, den tief gewurzelten Judenhaß nicht ablegen konnte.Seine Feinde, die ihm seine jüdischen Studien als Ketzerei znm Vor-wurf gemacht, überzeugte er von seiner Rechtgläubigkeit durch seinenJudenhaß: „Wenn es erforderlich ist, die Einzelnen und das Volkzu verachten, so verabscheue ich mit einem unnennbaren Hasse dieJuden, denn sie verfluchen noch heute unfern Herrn in ihren Syna-gogen" *). Er stand darin nicht allein, sondern hatte Gesinnungs-genossen an dem jüngeren zeitgenössischen Kirchenvater Augustinus.Dieses Glaubensbekenntniß des Judenhasses war nicht die Privat-anstcht eines Schriftstellers, sondern ein Orakel für die ganze Christen-heit, welche die Schriften der als Heilige verehrten Kirchenväter gleichOffenbarungen einsog. Dieses Glaubensbekenntniß hat später Königeund Pöbel, Kreuzfahrer und Hirten gegen die Inden bewaffnet undfür sie Marterwerkzeuge erfinden und Scheiterhaufen Zusammentragenlassen. Merkwürdig ist, daß trotz der Hintenansetzung von Seiten desStaates die Juden in Cäsarea, dem Sitze des Landpflegers, die Mode-thorheit der Rennbahn mitmachten. Es gab unter ihnen ebenfallsWagenlenker, Wettfahrer und Farbenparteien von Grünen und Blauenwie in Rom, Ravenna, Konstantinopel und Antiochien. Aber wiein jener Zeit jede Lebcnsänßerung den Stempel des einseitig Religiösenan sich trug, so mischte sich auch in den Parteikampf der Farben diereligiöse Gegnerschaft. Der Sieg oder die Niederlage der jüdischen,samaritanischen oder christlichen Wagenlenker war zugleich Veranlassungzum Angriff auf die Religionsgcnossen der Gegner. Allerdings warendie zahlreichen Juden in Cäsarea mehr verweltlicht, als in anderenStädten. Sie verstanden das Hebräische nicht und sprachen dasGottesbekenntniß im Gebete (Lolwma) in griechischer Sprache. Ge-schmack an der hebräischen Sprache und Sinn für die Erhabenheitder heiligen Schrift stumpften sich auch an andern Orten ab. Dieunschöne formlose chaldäische Mundart hat überall den Geschmack ver-dorben. Die Sprachverderbniß war damals allgemein; auch die Ge-drungenheit der lateinischen und die Zierlichkeit der griechischen Sprachehatte sich verloren. Es war der Anfang der Barbarei. Hebräischgefärbte Gebete aus dieser Zeit sind nicht geeignet, die Seele zurAndacht zu erheben, und als Form haben sie bloß alphabetischeVersanfänge und sonst nichts von Poesie^).
ff Hieronymus aävsrsus Latinum II.
2) sS. Cant. 12. Anfang n.-r: rn Vergl. anch Rapo-
port Likbure-baittim 10. Jahrg. x. 115 ff.s
Graetz, Geschichte der Juden. IV.
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