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Geschichte der Zuden.
mancher Apokryphen solche gesunde Bemerkungen, daß sie auch heutigenTages bei fortgeschrittener Kenntniß als richtig anerkannt werdenmüssen. Unter Anderem verspottete ein jüdischer Gesetzeslehrer dieZusätze zum Habakuk, nach welchen ein Engel den Propheten beimSchopfe von Judäa nach Chaldäa geführt haben soll. Er fragte, woman im alten Testamente ein Seitenstück fände, daß einer der heiligenPropheten mit einem der Schwere unterworfenen Körper in einemNu solche weite Räume durchflogen Hütte. Als ein Christ in vor-schneller Antwort den Einwurf vom Propheten Ezekiel machte, denebenfalls eine Hand an den Haarlocken von Chaldäa nach Jerusalemgeführt hat, erwiderte der kundige Jude: „Der heilige Text fügt aberdabei hinzu, Ezekiel fühlte sich im Geiste dahin versetztund im Geist habe er Alles geschaut" ^). — Die Juden hatten sichtrotz der Ungunst der Zeit von dem Unverstand frei gehalten, innaivem Glauben Alles ohne Wahl als heilig anzunehmen, was alssolches geboten ward; sie hatten in dem Tempel des Glaubens nichtdas Licht der Einsicht ausgelöscht und ihrem Urtheil nicht Fesselnangelegt, sich blindlings jeder Zumuthung hinzugeben. Diese Einsichtwar ein Erzeugniß des Halachastudiums, welches gegen die urtheils-unfähige Gläubigkeit ein Gegengewicht bot. Judäa war also imGreisenalter noch Pflegerin der hebräischen Sprache, die sie ihrenSöhnen in der Fremde als ein unauflösliches Band mitgegeben hat.Die heilige Sprache bei Gebeten, Vorlesung und Studium in Ge-brauch, wurde die geistige Einheit des jüdischen Volkes.
Von der untergehenden Sonne Judäa's hatte das Christenthumeinige Strahlen aufgefangen, die in der Kirche als ein Himmelslichtgepflegt wurden. Die Kenntniß des Hebräischen, die Hieronymus sichvon jüdischen Lehrern angeeignet setzte ihn in den Stand, eine vonder entstellten Septuaginta abweichende, dem hebräischen Texte sichmehr nähernde lateinische Uebersetzung (Vulxata) anzulegen. Diesereichte über ein Jahrtausend aus, und ist erst bei der Wiederherstellungder Wissenschaft im Beginn der Neuzeit erweitert und berichtigtworden. Aber mit jedem Schritte, den das Christenthum vorwärtsthat, entfernte es sich immer mehr und mehr vom Judenthume, undes bedurfte dazu der Beredsamkeit vieler Jahrhunderte, um ihm wiederin Erinnerung zu bringen, daß das Judenthum sein Ursprung ge-wesen. Der Glaubenseifer hatte die Blutsverwandschaft so sehr ver-gessen gemacht, daß selbst Hieronymus, der zu den Füßen jüdischerLehrer gesessen, der in dem alten Testamente ebenso heimisch war wie
y Hisroii^mu8 greskatio in vanielöm.