Hieronymus.
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dieser ausgebildeten predigtartigen Form der Agada wird R. Tau-ch» ma bar Abba genannt, dem ganze Partien der agadischenLiteratur angehören ^).
Die bessere Kunde der hebräischen Sprache ist unstreitig durchdie Polemik mit Christen gefördert worden, und sie war in diesem -Zeitalter noch so sehr geweckt, daß das Christenthnm noch immer
von ihr das Berständniß des biblischen Urtextes erlernte. Auch fürdiese Wissenschaft war Tiberias Bildungsstätte und Muster; neben
ihm wird nur noch Lydda genannt. Hieronymus (331 —420),den die Kirche den Heiligen nennt, der ein Nonnenkloster in Bethlehemangelegt und von Wissensdurst getrieben, gleich Origenes, die Bibelaus dem Urtexte kennen zu lernen bemüht war, suchte jüdische Lehrer,wie Bar-Chanina und Andere aus diesen Städten auf"). Ans dennicht geringen Kenntnissen, die Hieronymus sich durch ihre Anleitungso gründlich angeeignet hatte, daß er es zur Fertigkeit brachte, sichin dieser Sprache frei auszudrücken, ist der Schluß erlaubt, daß dieKenntniß der heiligen Sprache und der Bibel in Judäa größere
Pflege gefunden, als man sonst angenommen hat. Bar-Chanina
mußte aber, die Oeffentlichkeit scheuend, heimlich in des KirchenvatersZelle kommen, ihn zu unterrichten, weil durch den feindlichen Gebrauch,den die Christen mit der Kenntniß der hebräischen Sprache machten,es in der letzten Zeit verboten war, Christen überhaupt zu unter-richten'^). Hieronymus lernte aber nicht nur das Wortverständniß derBibel und die Aussprache des Hebräischen, sondern gewann auch tiefereEinsicht in den Zusammenhang des Textes, den die Tradition bot.Die Form agadischcr Auslegung wußte er sich so sehr anzueignen, daßer sie auf den christlichen Kreis zuweilen mit Geschmack und geistreichenWendungen übertragen konnte, wie die Anwendung der zwei Frauenin Salomon's Urtheil auf das Verhältniß der Synagoge zur Kirche.
In Benrtheilung und Unterscheidung der echten kanonischenSchriften von unechten, apokryphischen Sammlungen waren die Indenihren christlichen Zeitgenossen bei weitem überlegen und um vieleJahrhunderte voraus. Das nicäische Concil, das die Parteien durchMachtsprüche einigen wollte, hatte auch den Streit über die Heiligkeitzweifelhafter Schriften entschieden und mehrere apokryphische Bücherin den Kanon ausgenommen. Die Juden, mit welchen Hieronymusexegetische Unterredung Pflog, machten dagegen über den Unwerth
^ Note 3«i.
") Vergl. Uisronzunns aü Unmaobinin; kraztaUo ln Uara,Ist>omsna, inlobiain in .kod.
Obaz'iA'g, 13. a.