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Geschichte der Juden.
Gelder sollten dem kaiserlichen Schatze überliefert werden (30.Mai429Z.Neu-Rom hatte die ganze Tücke ünd Geldgier von Alt-Rom mitherüber genommen. Wie der heidnische Kaiser Vespasian die Tempel-steuer, so eignete sich der christliche Kaiser die Patriarchensteuer zu,um zum Raube noch die Gewissenspein hinzuzufügen, das, was dieFrömmigkeit freiwillig gespendet, als Zwaugsabgabe für fremdeInteressen anfzulegen.
Trotz der Verkümmerung der Judenheit im oströmischen Reicheund noch mehr in Judäa, die das Talmudstudium zum Stillstandgebracht hat, war die Forschung in Judäa nicht ganz erloschenAllein das Elend der Gegenwart ließ keinen Spielraum für die tiefereHalacha, förderte aber die gemüthliche Agada, welche, sich in diefreudigen und düsteren Zeitlagen der Vorzeit versenkend, auf diewunden verzweifelten Gemüther den Balsam des Trostes goß undsie mit dem Zauber der Hoffnung einschläferte. Die tiefer Blicken-den hatten das klarste Bewußtsein von diesem Verfall der ernstenStudien und schilderten ihn in verschiedenen Wendungen. „In frühererZeit, als die Thora Alles galt, bemühte man sich, Mischna undTalmud zu hören, jetzt aber lauscht man nur auf das Wort derAgada." — „In früherer Zeit, als das Geld häufig war, wendeteman sich der Halacha zu, jetzt aber, wo das Geld selten geworden,und man sich schwach vor Leiden fühlt, hört man nur auf dieSegens- und Trostsprüche (der Agada)." — Der Talmudkennergleicht einem Manne mit Goldbarren, der zuweilen hungern muß,weil er nichts davon ausgeben kann, der Agadakundige hingegengleicht einem Besitzer kleiner Münzen, der jeden Augenblick imStande ist, sich Lebensmittel dafür einzutauschen" ^). — Der Charakterder Agada, welche wie die Halacha ihre eigenen Autoritäten,(Rabbanan d'Agadta genannt^), hatte, war indessen bedeutendverändert.
Die jüngere Agada oder Predigtweise unterscheidet sich wesentlichvon der älteru durch eine mehr künstliche Form, sie bestrebt sich, ausuuzusammeuhängeuden Versen ein Ganzes zu bilden, rednerischenSchmuck und rednerische Kunstgriffe zu gebrauchen. Sie hat schoneine Einleitung, einen Text, der sich zum Theil durch den ganzenVortrag schlängelt, und einen effektvollen Schluß. Sie zeigt fernermehr Sprachbewußtsein, als die ältere, und sucht selten vorkommendehebräische Wörter auf verschiedene Weise zu erklären Z. Als Träger
h 6. M. das. Z 2g.
2) Oandionm Nabba zu I. b. .Ieru8 Horasot Ende.
Z dlmnsri Labba e. 19.