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Geschichte der Juden.
aber zuweilen dabei plumper Scherze, um ihre Gesinnung über dasChristenthum auszudrücken. Dergleichen Scherze kamen am meistenam Purimfeste vor, wo Heiterkeit des Festes zum Rausch, der Rauschzu unverantwortlichen Aeußerungen und Demonstrationen führte. Andiesem Tage pflegte die lustige Jugend den Erzjudenfeind Haman imBilde an einen Galgen zu hängen, und dieser Galgen, den man zuverbrennen Pflegte, hatte, man weiß nicht ob zufällig oder absichtlich, dieKreuzesgestalt. Die Christen beklagten sich natürlich über Religions-schändung, und der Kaiser Theodosius II. wies die Rectoren derProvinz an, solchem Unfug zu steuern mit der Androhung schwererStrafen i), ohne jedoch die Unsitte unterdrücken zu können. Einmalsoll ein solcher Faschingsscherz zu einer grausigen That geführt haben.Die Juden zu Jmnestar, einem syrischen Städtchen zwischen Antiochienund Chalcis, sollen einen Hamansgalgen in Kreuzesgestalt errichtet,in der Trunkenheit einen christlichen Knaben daran kreuzweise an-gehängt und ihm mit Geißelhieben den Tod gegeben haben. Dadurchentstand ein Kampf zwischen Inden und Christen, worauf der Kaiserbefahl, die Schuldigen der gerechten Strafe zu unterwerfen (415 ^).
Die antiochensischen Christen, die den alexandrinischen an Fana-tismus nicht nachstanden, und den Kaiser einmal gebeten hatten, ihnendie Gebeine und Reliquien ihres Märtyrers Ignatius nicht zu nehmen,weil derselbe ihrer Stadt gleich festen Mauern Schutz gewähre, rächtenauch ihrerseits die That der Juden von Jmnestar, indem sie dieSynagogen ihrer jüdischen Miteinwohner mit Gewalt nahmen. Esist eine bemerkenswerte Erscheinung, daß die Präfekten und Rektorender Provinzen sich meistens für die Juden gegen die Geistlichkeit ans-sprachen. Der syrische Präfekt hatte dem Kaiser den Synagogenraubangezeigt und muß diese Ungerechtigkeit so grell geschildert haben, daßer den in mönchische Andächtelei versunkenen Theodosius II. bewogenhat, einen Befehl an die Antiochenser zu erlassen, die Synagogenihren Eigentümern znrückzustellen. Aber gegen diesen Beschluß eiferteder Säulenheilige Simeon, der unweit Antiochien in einer Art vonStall (Mandra) ein Leben äußerster Entsagung führte. In demfalschen Begriffe jener Zeit von der Versündigung der Menschheit undder dadurch notwendig gewordenen Büßung verfielen die Büßer aufKasteiungen, die von eben so viel Heroismus als hirnverbranntemSinne zeugen. Was die Phantasie nur an Pein und Marter ersinnenkann, legten sie sich auf; einsames Leben, Fasten, Ehelosigkeit genügten
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