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Geschichte der Juden.
Ausfuhr so bedeutender Summen in die Präfectur seines Bruders mitmißgünstigen Blicken betrachtete. Als wollte die Launenhaftigkeit derdamaligen Gesetzgebung sich selbst verspotten, wurde fünf Jahre nach-her das Verbot wieder zurückgenommen und den Juden nach wie vorgestattet, die Patriarchensteuer zu sammeln und an Ort und Stelleabznsendcn (404*). Honorius untersagte einerseits Juden und Sama-ritanern Betheiligung am Militärdienste'), schützte die Juden aberandererseits gegen die Belästigungen von Seiten der Behörden undbestimmte durch ein Edikt, die Inden nicht am Sabbat und Feiertagenvor Gericht zu laden (409 ^).
Mit dem gntmüthigen, aber mönchisch beschränkten Kaiser Theo-dosins II. (408 — 450), dessen Schwäche dem fanatischen Eifer mancherBischöfe Unsträflichkeit und Aufmunterung zu Grausamkeiten gewährte,fing für das Judenthum das eigentliche Mittelalter an. Edikte diesesKaisers verboten den Juden neue Synagogen zu bauen, das Richter-amt zwischen jüdischen und christlichen Parteien auszuüben, ferner denBesitz christlicher Sklaven und noch andere Einzelheiten von unter-geordnetem Interesse. Unter diesem Theodosins fand auch das Patri-archat den Untergang, obwohl der letzte Patriarch R. Gamaliel(Latraab) am kaiserlichen Hof eine hohe Auszeichnung genoß, wiekeiner seiner Vorgänger. Neben dem seit langer Zeit den Patriarchenbeigelegten Titel, hatte man demselben die hohe Würde als Präfect(kraskootura) nebst einem Ehrendiplom (LoäioiUns llonorarius) über-tragen, alles dieses zwar nur Scheiuwürden, aber von hoher Bedeutungin einer Zeit, wo der Schein das Wesen ausmachte. Durch welchesVerdienst R. Gamaliel sich diese Auszeichnung erworben hat, ist nichtbekannt, vielleicht durch seine medicinischen Kenntnisse. Denn manschrieb ihm die Erfindung eines sehr Probaten Heilmittels gegenMilzkrankheiten zu ^). Auf dieser Höhe glaubte sich R. Gamalielberechtigt, es mit den judcnfeindlichen Ausnahmegesetzen des Kaisersnicht so genau zu nehmen. Er ließ neue Synagogen bauen, übteGerichtsbarkeit in Streitigkeiten zwischen Juden und Christen undsetzte sich über andere ähnliche kaiserliche Bestimmungen hinweg. InFolge dessen entkleidete ihn Theodosins aller seiner höheren Würden,nahm ihm das Ehrendiplom und ließ ihm nur diejenigen Ehrenrechte,welche er als Patriarch genoß (415). Das Patriarchat hob Theo-dosius aber beim Leben Gamaliel's keinesweges auf, sondern erst nach
das. XVI. 1. 8. 8 17. ch das. 8 18.
°) das. II. 1. 8. Z 3. VIII. 1. 8. 8 8 auch XVI. 1. 8 8 20 von 412.
st Note 22.