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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

von einer tückischen Herzenshärtigkeit; sie sehen zweimal des Jahresden Glanz der Lehre, und keiner von ihnen wird Proselyte." st ,

In Folge dieser Concentration in seiner Person konnte R. Aschiein Werk unternehmen, das für das Schicksal wie für die Ent-wickelung des jüdischen Volkes von unberechenbaren Folgen war. Erbegann die riesige Arbeit, die Erläuterungen, Folgerungen, Erweite-rungen zur Mischna, die unter dem NamenTalmud" begriffen waren,zu sammeln und zu ordnen. Die nächste Veranlassung zu diesemUnternehmen war ohne Zweifel die Befürchtung, daß dieser riesenhaftangeschwollene Stoff, die Geistesarbeit dreier Geschlechter, durchdie geringere Theilnahme dem Gedächtniß entschwinden könnte, wennnicht Handhaben geboten würden, sich denselben mit Leichtigkeit ein- !

prägen zu können. R. Aschi selbst klagte schon über die Abnahme I

der Gedächtnißkraft zu seiner Zeit im Verhältniß zur Vorzeit, ohne i

in Anschlag zu bringen, daß dem Gedächtniß durch die aufgeschichteten 7

Materialien unendlich mehr zugemuthet wurde, als früher. Die Be-wältigung des überreichen Stoffes wurde ihm dadurch erleichtert, daß !ihm vergönnt war, über ein halbes Jahrhundert daran zu arbeiten.

In jedem Jahre, so oft sämmtliche Mitglieder, Jüngergenoffen undSchüler in den Kalla-Monaten zusammen kamen, wurden einige Ab-schnitte der Mischna mit den talmudischen Erläuterungen und Zusätzen -gründlich durchgenommen, so daß die sechzig Abschnitte ungefähr in '

dreißig Jahren vollständig geordnet waren. Dann ging R- Aschi inder zweiten Hälfte seiner Wirksamkeit den ganzen, bereits geordnetenStoff zum zweitenmale durch. Das Gesichtete und Geprüfte aus derzweiten Recension ist als Norm angenommen worden. st

Diese Ordnung des massenhaften Materials des Talmud wurdenicht niedergeschrieben. Man hielt noch immer das schriftliche Fest- ,

halten der mündlichen Überlieferungen, gleichsam die Verkörperungdes Geistigen, für ein religiöses Vergehen, und zu der Zeit um somehr, als sich das Christenthum der heiligen Schrift als seinesgeistigen Eigenthums bemächtigt hatte und sich als das auserwählteIsrael betrachtete; so blieb dem Judenthum nach der damaligen An-schauung als Unterscheidendes nur die mündliche Lehre. Dieser Gedanke,in ein poetisch-agadisches Gewand gekleidet, wurde öfter geltend ge-macht:Mosel) verlangte auch die Mischna, die mündliche Lehre nieder-zuschreiben; aber Gott, vorausschauend, daß die Völker einst die Thorain griechischer Uebersetzung besitzen und behaupten werden":wir sindIsrael, wir sind die Kinder Gottes", während das jüdische Volk be-st Leraobot 17. b.

st Uaba Datra 157. b. H. OInumusI in ^.rnob, Artikel Uaäor III.