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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Kaiser Julian.

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zu bezeigen, habe ich meinen Bruder, den ehrwürdigen PatriarchenInlos (Hillel) ermuthigt.... die von euch sogenannte Sendstenerzu verhindern, und daß Niemand mehr die Eurigen mit Eintrei-bung solcher Steuerauflagen ferner bedrücke, damit ihr überall inmeinem Reiche der Sorge enthoben sein sollet. Und so der Ruhegenießend, vermögt ihr inbrünstigere Gebete für mein Reich an denallmächtigen Weltschöpfer zu richten, der mich mit seiner reinen Rechtengestützt hat. Es ist nun einmal so, daß diejenigen, welche in Kümmer-nissen leben, träge sind an Geist und nicht wagen, die Hände zumGebet für das Heil zu erheben. Diejenigen aber, welche von allenSeiten sorgenfrei sich mit ganzer Seele freuen, können innigere Ge-bete für das Wohl des Reiches zum Höchsten anstimmen, der meineRegierung auf's Beste fördern kann, wie ich es mir vorgesetzt.Dies sollt ihr thnn, damit ich, wenn der Perserkrieg glücklich beendetsein wird, die heilige Stadt Jerusalem besuchen könne, die auf meineKosten erneuert werden soll, wie ihr sie seit vielen Jahren erbaut zusehen wünscht; in ihr will ich mit euch vereint dem Allmächtigen denRuhm geben." Z

Welchen Eindruck dieses huldvolle Schreiben hervorgebracht, dasnoch herzgewinnender als das Sendschreiben des Cyrns an die baby-lonischen Exulanten ist und wie ein erquickender Thautropfen nachlanger Dürre erscheint, wird nicht berichtet. Die jüdischen Quellenwissen überhaupt gar nichts von Julian, sie nennen nicht einmal seinenNamen. >,Nur eine aus jüdischer Tradition entlehnte Nachricht erzählt:die Juden hätten auf Julian den Vers (Daniel I I, 34) angewendet:Und wenn sie straucheln werden, wird ihnen ein wenig geholfenwerden". Daniel habe nämlich die Lage prophezeit, daß nachdem dasjüdische Volk durch Gallus gelitten haben wird, Julian ihnen Hülfeleisten werde durch seine Anhänglichkeit und sein Versprechen, denTempel zu erbauen,

Julian blieb indeß nicht beim Versprechen stehen. Obwohl mitden Zurüstungen zu dem Perserkriege vollauf beschäftigt, lag es ihmdoch am Herzen, den Tempel in Jerusalem aus den Trümmern er-stehen zu lassen. Er bestellte dazu einen eigenen Oberaufseher, seinenbesten Freund, den gelehrten und tugendhaften Al HP ins ausAntiochien, der früher Statthalter in Britannien gewesen, und legteihm an's Herz, beim Bau keine Kosten zu scheuen. Die Statthalterin Syrien und Palästina hatten den Befehl, Alhpius mit allem

1) Note 3 t.

2) Dieselbe Note.