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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

lich mochte Julian der Gedanke vorgeschwebt haben, für den Perser-krieg, der sein ganzes Wesen erfüllte, sich die Juden zu Freunden zumachen, besonders die babylonischen Inden günstig für sich zu stimmen,damit sie, wenn auch nicht ihm thätige Unterstützung gewähren, docheinen allzu fanatischen Widerstand gegen die Römer fahren lassensollten.

Die kaum zweijährige Regierung Julians (Nov. 361 bis Juni363) war für die Juden des römischen Reiches eine überglückliche.Nicht nur war ihnen der Kaiser besonders hold, erleichterte ihrenDruck, nahm von ihrem Haupte den Schimpf der Gotteslästerung,sondern nannte auch den Patriarchen Hillel seinen ehrwürdigen Freundund beehrte ihn mit einem Handschreiben, worin er ihn seines Wohl-wollens versicherte und die Beeinträchtigung der Juden abstellen zulassen versprach. Auch an sämmtliche jüdische Gemeinden des Reichesrichtete er ein Handschreiben und traf Anstalten, den Tempel in demseit Constantin christlich gewordenen Jerusalem wieder aufzubauen.Das kaiserliche Sendschreiben, das einen grellen Contrast gegen dieBehandlnngsweise der zwei ersten christlichen Kaiser bildet, ist zu merk-würdig, als daß es nicht aufbewahrt zu werden verdiente. DasSchreiben (erlassen von Antiochien im Herbst oder Winter 362')lautet:

An die jüdischen Gemeinden!

Noch viel drückender, als das Joch der Abhängigkeit in der ver-gangenen Zeit war für euch der Umstand, daß euch neue Steuernohne vorangegangene Kundmachung aufgelegt waren, und ihr eineunzählige Menge Goldes in den kaiserlichen Schatz habet liefernmüssen. Vieles habe ich durch Augenschein selbst wahrgenommen,mehr noch erfuhr ich, als ich die Steuerrollen vorfand, die zu euremSchaden aufbewahrt wurden. Ich selbst hob eine Abgabe auf, dieeuch schon für die Zukunft zugedacht war, und zwang damit denFrevel einzustellen, euch einen solchen Schimpf anzuthuu; ich selbstübergab die Steuerrollen gegen euch, die ich in meinen Archiven vor-fand, dem Feuer, damit Niemand mehr solch üblen Ruf der Gottes-lästerung gegen euch ausstreuen könne. Daran hat mein BruderConstantius, der ruhmwürdige, nicht so sehr Schuld, als die Barbarenan Gesinnung, die Gottlosen an Gemüth, welche eine solche Schatzungerfunden haben. Ich selbst habe sie mit eigener Hand in tiefes Ver-derben geschleudert, damit bei uns nicht einmal das Andenken anihren Untergang bleiben soll. Im Begriffe euch noch mehr Gunst

S. Oliutou Uasti Lomani I. x. 454.