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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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341
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Kaiser Julian.

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Christenthum nicht Gleiches mit Gleichem vergelten; nur die Ucber-griffe desselben wollte er hemmen, nahm den Christen daher nur denstaatlichen und wissenschaftlichen Einfluß und suchte sie durch Waffendes Geistes und feinen Spott in den Angen der Gebildeten herab-zusetzen. Julian's Satyre nannte Jesus einen Galiläer, den dieLeichtgläubigkeit zum Gotte erhoben habe; den Christen legte er denSpottnamen Galiläer bei. Desto günstiger war er den Inden,und er ist nach Alexander Severus der einzige Kaiser, der dem Judcn-thum ein ernstes Interesse zugewendet hat. Aus mehr als einemGrunde bevorzugte er das Judenthnm. Im Christcnthum erzogen, da>er sogar als öffentlicher Vorleser in der Kirche fnngirt hatte, kannteer das Judenthum aus der heiligen Schrift und zollte ihm um somehr Verehrung, je mehr das Christenthnm es haßte und verfolgte.Der Kaiser gestand selbst, daß ihn die harten Bedruckungen tief empörthaben, denen die Juden unter Constantius' Regierung ausgesetzt waren,indem ihre Religion von dem herrschenden Christenthum als gottes-lästerlich gestempelt wurde. Der Gott des Judenthums, wie er inden heiligen Schriften gelehrt wird, imponirte ihm, und er erkannteihn alsgroßen Gott" an nur leugnete er, daß es neben ihm nichtauch andere Götter geben soll^). Die Mildthätigkeit der Juden be-wunderte er besonders, daß sie für die Armen so eifrig sorgten, daßes unter ihnen keine Bettler gab ^). Er wollte auch mit der Bevor-zugung der Juden die Christen tief kränken, welche die Ueberlegenheitihrer Religion durch die Erniedrigung der Elfteren zu bethäigeu be-müht waren. Auch sagte ihm, der eine besondere Vorliebe für Opfer-cultns hatte, das jüdische Opferwesen mit dem feierlichen Pomp desTempels und der Priester ganz besonders zu. Der Kaiser warf denChristen vor, daß sie den Gott und den Cultus des Judenthums, denUrsprung ihrer Religion verwerfen, besonders aber den Opfergottes-dienst. Die Juden opfern zwar in der Gegenwart auch nicht, abernur weil sie keine Tempel' haben. Aber auch so opfern sie noch,wenn anch nicht in augenfälliger Weise. Denn sie genießen nochimmer Alles opferähnlich (rein), beten statt der Opfer und gebenden Priestern (Ahroniden) Gaben von geschlachteten Thieren ^). Eud-

äuliani Opera,. gpanubsim t?raZ'msnt p. 295, auch tchüstolas Uo. 02.

-) Das. p. 430 äulian. apuä LTrillum p. 238.

2) Julian bei Cyrill I, 9. Vergl. über diese mißverstandene Stelle: theol.Jahrbücher von Baur und Zeller Jahrg. 1848 S. 200 flg. Das daselbst vor-kommende schwierige Wort: Svova- «SK«>-'rols '/ovO-rlo- dürfte doch ambesten von Ol-,abzuleiten sein und bedeuten:auf unsichtbare, nicht augen-fällige Weise".