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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
Entstehung
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EiiumdLwMÄg stes Kapitel.

Kaiser Julian. Seine Gunst für die Juden. Sein Sendschreiben an die jüdi-schen Gemeinden. Wiederherstellung des Tempels. Unterbrechung desBaues. Schadenfreude der Christen über diese Vereitelung und Fabelnderselben. Julian's Kriegeszug nach Persien. Zerstörung Machuza's.Julian's Tod. Toleranzedikt des Kaisers Valentinian I.

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Kaiser Julian war einer jener überwältigenden Charaktere, welcheihren Namen mit unvergeßlichen Zügen in das Gedächtniß der Men-schen einzeichnen. Nur sein frühzeitiger Tod und der Haß der herr-schenden Kirche gegen ihn haben ihm den Titelder Große" entzogen.Obwohl saus dem Hause Constantin's, schwebte über seinem Hauptedas brudermörderische Schwert der Constantiner, und die Todesfurchtlegte ihm den Zwang ans, das Christenthum, das er haßte, heuchlerischzu bekennen. Fast durch ein Wunder wurde er zum Mitkaiser ernanntvon eben demselben Constantius, seinem Oheim, der schon eine Be-rathung über seinen Tod gehalten hatte. Durch einen Militair-aufstand zu seinen Gunsten und den unerwarteten Tod seines FeindesConstantius zur Alleinherrschaft gelangt, machte Julian, den dieKirchengeschichte den Abgefallenen (Apostat», Uarabata) nennt, es sichzur Lebensaufgabe, die Ideale zu verwirklichen, die er aus demUmgang mit seinen Lehrern Libanius und Maximus ausgenommenhatte, und die sein reiches Gemüth noch mehr veredelte. Seine Lieb-lingsgedanken waren: die Unterdrückten jeder Nation und Religions-klasse zu schützen, das Wohlergehen aller seiner Unterthanen namentlichdurch Erleichterung der Steuerlast zu fördern, die philosophischenWissenschaften, welche durch die christlichen Kaiser verdammt waren,zn heben, das alte Heidenthum wiederherzustellen, aber mit Entfernungaller auffälligen Anstößigkeiten, die es so verächtlich und lächerlichgemacht hatten; endlich das in kurzer Zeit so sehr erstarkte Christen-thnm in gewisse Schranken zn weisen. Aber eingedenk der Verfolgung,die er selbst hatte erdulden müssen, wollte er dem verfolgungssüchtigen