Abaji.
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R. Ham nun a, der in Chatra di Argas ein Lehrhaus geleitet hatte.Beider Leichen führte man nach Judäa. — Nach Rabba bar Hunastand die suranische Schule verwaist und wurde erst ein halbes Jahr-hundert später wieder besetzt, von welcher Zeit an sie einen neuenAufschwung nahm.
Nach R. Joseph's Tod war das Collegium wegen der Wahlseines Nachfolgers in Verlegenheit. Vier schienen würdig dafür, siestanden in gleichem Ansehen: Abaji, Raba, R. Seira II. undRabba bar Matana. Sie entschieden unter sich, demjenigen ihreStimme zu geben, der die treffendste Bemerkung über eine aufgeworfeneFrage machen würde, gegen welche keine Einwendung vorgebrachtwerden könnte. Abaji trug in diesem Geistesturnier den Sieg davonund wurde zum Resch-Metibta gewählt. Abaji, mit dem BeinamenNachmani*) (geb. um 280, gest. 338), war elternlos; sein VaterKajlil starb vor, seine Mutter gleich nach seiner Geburt. EineErzieherin ersetzte ihm die Mutter und Rabba, der scharfsinnigeAmora von Pumbadita, den Vater. Mit Dankbarkeit und Rührungsprach er später von seiner Pflegemutter und theilte in ihrem Namenverschiedene Heilmittel mit, die theils auf Erfahrung beruhten, theilsin dem Aberglauben des Landes wurzelten. Seinem Oheim Rabbaverdankte Abaji die Gesetzesknnde und die Gewandheit in der tal-mudischen Dialektik. Abaji sowohl, wie sein Zwillingsamora Rabaerweckten schon in der Jugend große Erwartungen; man sagte vonihnen: „Was eine Melone werden soll, zeigt sich in der Knospe."Abaji scheint nur ein mäßiges Vermögen besessen zu haben, so daßauf seine Tafel kein Wein kam ^), obwohl dieses Getränk in Babylonienheimisch war und für den Weinhandel ein Marktplatz in Sul-Schafatbestand 3). Doch hatte er einen eigenen Acker, wie die meisten baby-lonischen Gesetzeslehrer, den er durch einen Freigärtner bearbeiten ließ.Sein Charakter war sanft, nachgiebig, und er bewährte ihn im Um-gänge mit den verschiedenen Klassen der Gesellschaft. Sein Wahl-spruch war: „Der Mensch sei klug in der Gottesfurcht, seine Sprachesei milde, zornversöhnend, er halte Frieden mit Brüdern, Verwandten,mit aller Welt, selbst mit den Heiden draußen, damit er überall ge-liebt und geachtet und einflußreich bei den Menschen sei" ^). Indieser Zeit war Gesinnung, Wort und That noch ein und dasselbe.
U fSo nach Uasebi i?esaob. 112 b. u. a. O. Nach Schcrira in dom vonAruch a. v. "ox citirten Sendschreiben war Nachmani der wirkliche Name undAbaji ein von Rabba ihm beigelegter Name. S. Weiß Lstb-ll'almuä I. 12! ff.)
2) Lstnbot 56. kr IZkrbkr Nemkr 73. b. L-rbkr Latr-r 98. kr.
Lsraobot 17. kr.