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Geschichte der Juden.
Targum Onkelos; die syrische zum Gebrauch für die Syrischredenden Juden in Mesopotamien und Syrien hieß Pesch itho (dieeinfache). Aber der größte Theil der Propheten war nicht verdol-metscht, und R. Joseph war es, der die chaldäische Uebersetzung der-selben vervollständigte i). Einige glauben, daß es ein Werk derFrömmigkeit gewesen, weil er wegen seiner Blindheit am Lesen ver-hindert, und wegen des Verbotes, das Geschriebene nicht mündlich zumachen, nicht auswendig recitiren wollte, habe er zunächst für sichdie Propheten übersetzt, um die nöthigen Stellen chaldäisch anzuführeu.R. Joseph's Uebersetzung ist in die Targumsammlung ausgenommenworden und galt als entscheidende Autorität für zweifelhafte Wort-erklärungen. — Als Schulhaupt war er äußerst streng in Hand-habung der Disciplin; einen seiner Zuhörer, Nathan bar Assa,ließ er geißeln, weil er am zweiten Feiertag eine Fußwanderung vomLehrhause nach Pumbadita gemacht hatte. Die wenigen Jahre seinesAmtes wurden ihm vielfach verkümmert. Er verfiel in eine schwereKrankheit, büßte dabei sein Gedächtniß ein und mußte daher vonseinen Zuhörern oft daran erinnert werden, daß er selbst ihnen frühereinmal dasjenige überliefert habe, was er gerade in Abrede stellte.Schonend machten sie ihn auf seine Ungereimtheiten aufmerksam, under, empfindlich wie er war, betrachtete die Erinnerungen als Gering-schätzung und beklagte sich darüber: „Habet Nachsicht," sprach er,„mit einem Greise, der sein Erlerntes durch Unglück vergessen hat,und vergesset nicht, daß die Bruchstücke der ersten Gesetzestafeln nebenden ganzen Gesetzestafeln aufbewahrt wurden" ^). R. Joseph's miß-liches Geschick kann als Typus für den Verfall der gedächtnißmäßigenLehrweise gelten. Sie speicherte Schätze von Wissen und Ueberliefe-rungen auf, überwachte peinlich wie der Geiz jedes Atom ihrerSchätze, jeden gedankenmäßigen Einfluß zurückiveisend, als wenn erihre spiegelnde Lauterkeit trüben könnte; aber an einem unglücklichenTage verliert sie all ihr mühsam Gesammeltes, ihr Gedächtniß erlischtund sie besitzt kein Mittel, das Verlorene wieder zu erlangen. Auchdie suranische Schule, die Bildungverbreiteriu, verfiel, weil sie dasElement zur Weiterförderung der Lehre nicht genug benutzte. NachR. Chasda's Tod stand ihr R. Huna's Sohn Rabba oder RabAbba dreizehn Jahre (309—322) vor; aber die lernbegierige Jugendfühlte sich mehr von dem ausgehenden Gestirn der pumbaditanischenMetibta angezogen. Es ist daher von Rabba nichts weiter als seineBescheidenheit in Andenken geblieben. Er starb gleichzeitig mit
U Note 13.
2) Vergl. die Stelle in Lscler ba-Oorot, Artikel: Üo8sub b. 6bifa.