R. Joseph b. Chija.
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nicht an ihn heran." Da rauschte ein heftiger Wind in den Binsen,welches Geräusch der Flüchtling für das Anrücken einer bewaffnetenSchaar hielt, ausgesendet auf ihn zu fahnden, und die Furcht vor deuHäschern soll ihn um's Leben gebracht haben. In Pumbadita erfuhr manvom Tode Rabba's, wie die Sage will, durch ein Schreiben das vomHimmel gefallen war, worauf sich seine vorzüglichsten Jünger Abaja,Raba und die übrigen Mitglieder der Hochschule Mühe gaben, seineLeiche zu suchen. Nach langem Suchen fanden sie dieselbe von Vögelnbeschattet und verhüllt; sie hielten eine siebentägige Trauer um denhochverehrten Amora (330 *). Die Anklage, durch deren VeranlassungRabba sein Leben verlor, scheint aber keine weiteren Folgen gehabtzu haben. Die Königin-Mutter Jfra schickte sogar einen Beutel vollDenare an seinen Nachfolger und überließ es ihm, den besten undfrömmsten Gebrauch davon zu machen; er lüste damit jüdischeGefangene ein^).
Rabba's Nachfolger war sein Freund R. Joseph b. Chija(geb. um 270, gest. 333). Er war kränklich, empfindsam und dadurchvon heftiger Gemüthsart. Diese seine Fehler kannte er selbst undklagte deswegen, daß er seines Lebens nicht froh werden könnte ^).Er scheint sehr begütert gewesen zu sein, besaß Aecker, Palmbäume,Weingärten, die er besser als Andere Pflegte und daher bessern Weinals Andere zog^). Als er sein Augenlicht verlor, grämte er sichweniger über die Blindheit, als darüber, daß er dadurch von manchergesetzlichen Pflicht entbunden sei; denn nach seiner Ansicht sei es nichtso verdienstlich, wenn er das freiwillig thäte, wozu er vor seinemErblinden durch die gesetzliche Vorschrift verpflichtet war °). R. Josephwar eine Ausnahme unter den pumbaditanischen Schulhäuptern,indem er mehr auf gedächtnißmäßige Kenntniß der Mischna undBoraitas gab, als auf scharfsinnige Folgerungen. Mau legte ihmdaher deu Ehrentitel „Sinai" und „Speicherbesitzer" bei"). Außer-dem Halachastudium beschäftigte er sich mit dem Targum oder derchaldäischen Uebersetznng der heiligen Schrift. Die Thora und wahr-scheinlich auch einzelne Stücke aus den Propheten, zum Gebrauch fürdie öffentliche Vorlesung (klaktars), waren zwar längst in's Aramäischeübertragen, sowohl in der syrischen, wie in der chaldäischen Mundart.Die chaldäische Uebersetznng der Thora, wahrscheinlich nach der be-liebten griechischen Uebersetzung des Akylas angelegt, führt den Namen
Labs. Zlsräs 86. s.
2) Labs Lstrs 8. s. x>ggg,c>bim 113. b.
^) illöusobot 87. s. 5) Lama 87. s.
°) Uorsjot Ende. 8^nbsärin 42. s.