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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Mcir-Ukban habe in der Jugend der Eitelkeit gefröhnt und sein Haargekräuselt, wofür er im reifern Alter Buße gethan. Andere: Mar-Ukban habe eine Ehefrau leidenschaftlich geliebt, sei dadurch in eineunheilbare Krankheit gefallen, und als die Frau seiner Leidenschafteinst wegen einer Gefälligkeit zu ihm gekommen war und er geradein der Lage war, seine Leidenschaft zu befriedigen, habe seine Sittlich-keit den Sieg errungen. Die Sage fügt hinzu, daß man seit derZeit einen Glorienschein um sein Haupt habe glänzen gesehen, under sei deswegen Dezizuta (der Strahlende) genannt. Indessenwird diese Verherrlichung so verschiedenen Personen beigelegt'), daßes von selbst einleuchtet, es sei dies weiter nichts als ein dichterischerMythus, um den Sieg der Keuschheit über die brennende Leidenschaftrecht anschaulich zu machen (der Name Dezizuta, welcher der Sageden Stoff gegeben, scheint von einem Orte abgeleitet). Mar-Ukbanließ sich, wie ein Exilarch vor ihm, nach seinem Tode nach Judäabringen, um in heiliger Erde begraben zu sein^).

Unter diesem Exilsfürsten erlitten die babylonischen Inden eine,gegen die im römischen Reiche vorgefallene zwar unbedeutende undvorübergehende Anfechtung, die aber doch geeignet war, die Betroffenenaus ihrer tiefen Sicherheit zu stören. Unter dem neuen Sassaniden-König, dem lange regierenden Schabur II., (303 380), der nochim Mutterleibe die Herrscherhuldigung empfangen, trübte sich dasfreundliche Verhältniß des persischen Hofes zu den Juden, und siewären vielleicht eben so hart wie die Christen verfolgt worden, wennnicht seine Mutter Jfra für Juden und Judenthum eingenommengewesen wäre. Es wird kurzweg berichtet: eine Kriegsschaar sei inPumbadita eingerückt, worauf sich Rabba und R. Joseph durch dieFlucht gerettet haben ^). Gegen Rabba wurde eine schwere Anklageerhoben, indem dem Könige oder seinen Räthen hinterbracht wurde,daß durch dessen Vorträge an den Kalla-Monaten seine 1200 Zuhörersich der Kopfsteuer (lllmraA) entziehen. Ein königlicher Häscher(Uiristolli) wurde darauf ausgeschickt, sich des Schulhauptes von Pum-badita zu bemächtigten. Vorher gewarnt, entfloh Rabba und irrte,um unentdeckt zu bleiben, in der Gegend von Pumbadita umher. InAgma setzte er sich auf einen Baumstamm, und die Beschäftigung mitdem Gesetze schützte ihn vor Verzweiflung und Gedanken des Selbst-mordes; dieses will die poetische Sage mit den Worten andeuten:So lange er in das Gesetz vertieft war, wagte der Todesengel sich

Vergl. Lsrsm LRsmscl, Jahrgang 1830, S. 80.

2) Lsäsr Olam 8utta. °) Obullu 46 a.