Religionsverfolgung.
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Wie nach jedem ähnlichen Aufstande wurde auch gegen die Betei-ligten eine Hetzjagd angestellt, damit keiner derselben der Strafe ent-gehen sollte; am meisten stellte Ursicinns den Sepphorenern als denUrhebern nach. Um der Verfolgung zu entgehen, machten sie sich un-kenntlich, indem sie ein Pflaster auf ihre Nase legten, wodurch sie inder That eine Zeit lang unerkannt blieben. Es fanden sich aber end-lich Verräther, welche diese List der Sepphorener dem Machthaberanzeigten. Die Bcrrathenen wurden ergriffen und auf der Stelle hin-gerichtet Z Viele Flüchtlinge hatten sich indessen in den unterirdischenGängen von Liberias versteckt, wo sie vor den Römern sicher waren.R. Huna II. erzählt: „Als wir uns in die unterirdischen Gänge
retteten, hatten wir Fackeln bei uns; wenn sie dunkel brannten, er-kannten wir, daß es Tag sei, flimmerten sie hingegen Heller, so er-kannten wir daran die Nachtzeit")." Diese Flüchtlinge müssen dem-nach eine längere Zeit in den Höhlen zugebracht haben. Constantiusscheint indessen die hadrianischen Edikte gegen die Inden erneuert zuhaben; denn die Uebung religiöser Funktionen wurde verboten, sogardie Kalenderberechnung und der Handel mit Gegenständen religiösenGebrauchs untersagt. Als man Raba, dem damaligen Schulhanptein Machuza von der beschlossenen Einschaltung eines Monats und derVerfolgung gegen die Religionsübung Nachricht geben wollte, mußtees ans eine gehcimnißvolle, räthselartigc Weise durch zweideutige An-spielungen geschehen. Diese Nachricht lautete: „Männer kamen aus
Reket (Liberias), und cs erhaschte sie der Adler (Römer); denn siehatten in Händen, das was in Luz verfertigt wird (Blaupurpnr zuSchaufäden). Durch Gottes Barmherzigkeit und ihr Verdienst sindsie jedoch glücklich davon gekommen. Die Nachkommen Nach sch o n's(Patriarch) wollten einen M onats v ersorg er (Schaltmonat) ein-setzcn; allein der Aramäer (Römer) gab es nicht zu; dennoch ver-sammelten sie sich und schalteten den Todesmonat Ahrons (Ab) ein" ^).Das geheime Sendschreiben an Raba verräth die ganze Noth, inwelcher sich Judäa damals befand. Das zersprengte und geschwächteSynhedrin muß verhindert gewesen sein, die regelmäßige Einschaltungim Frühjahr (Adar) einznführeu und war gezwungen sie in eine unge-wöhnliche, vom Gesetze nicht gestattete Jahreszeit zu verlegen. Auchgegen die Feier des Versöhuungstages scheinen Verbote des Kaisersgerichtet gewesen zu sein, so daß man sich gezwungen sah, dieselbe aus
.lerus. .Isbamot XVI. x. 15. o. 8otab IX x. 23. o
2) Osussis liabba, v. 31.
2) S. Note 30. (Nach Auffassung des Talmuds ist diese ZeitangabeDatum der Versammlung.)