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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Juden Natronci genannt. Die Letzteren sahen in ihm den messianischenRetter. Ein Prediger suchte die Menge in Sepphoris oder Tiberiaszur Betheiligung an dem Aufstande zu entflammen und verhieß dengöttlichen Beistand.

Diese aufrührerische Rede ist charakteristisch für den Geschmackder Zeit. Sie ist in ein Wechselgespräch zwischen Gott und der jüdischenNation eingekleidet und weist ans die Weltreiche, das babylonische,medische, Persische, griechische hin, welche Israel geknechtet haben undgedemüthigt wurden. So werde Gott auch Rom züchtigen. Israelspricht zu Gott:Willst du uns befreien, um uns von Neuem knechtenzu lassen?"Nein," lautet die Antwort.Wer hat ein Strafgerichtüber Babel, Perser und die Griechen verhängt? Wer wird Vergeltungüben an Edom? Natrona wird es thnn, dessen NaMe in der heiligenSchrift angedeutet ist. Nicht halb soll Edom-Rom abgethan werden,sondern vollständig mit seinen Herzogen, Statthaltern und Kriegs-obersten ^)" Die Erhebung hatte ihren Anfang in Sepphoris, zu dieserZeit Diocäsarea genannt, wo die Juden in der Dunkelheit der Nachtdie dort stationirten römischen Truppen überfielen, sie niedermachtenund sich ihrer Waffen bemächtigten. Herren der Bergstadt Sepphoris,wagten sie weitere Streifzüge in der Umgegend, um ihre lang ertrageneSchmach an ihren Feinden zu rächen. Zu gleicher Zeit müssen aberauch ähnliche Vorgänge in den zwei bedeutendsten Städten Judäa's,in Tiberias und Lydda, so wie in anderen Plätzen vorgefallen sein.Der Aufstand hatte also eine nicht ganz unbedeutende Ausdehnunggenommen. Cäsar Gallus oder vielmehr sein Unterfeldherr Ursicinusunterdrückte ihn aber vollständig und wüthete selbstverständlich gegendie Besiegten. Viele Tausend Juden fielen als Opfer einer Erhebung,welche mehr der Verzweiflung als der Klugheit Gehör gegeben hatte.Sepphoris wurde dem Erdboden gleich gemacht, Tiberias, Lydda unddie anderen betheiligten Städte theilweise zerstört (352). Ueber dieZerstörung dieser Städte scheint ein Agadist mit Anlehnung an einenText seine Elegien angestimmt zu haben:Zu jener Zeit vernahm

man ein Wehklagen vom Fischthore, darunter ist Akko gemeint;Jammergeschrei von der zweiten Stadt, das ist Lydda, die zweitenach Jerusalem; ein großes Unglück ans den Hügeln, darunter istSepphoris verstanden, das auf Hügeln liegt; jammert, ihrBewohner der Tiefe, das tiefliegende Tiberias. Der Heiligespricht: Ich habe Gericht gehalten über diese vier Städte, in dem,was die Feinde ihnen zugefügt Habens.

*) UssiUta, r. Nbsch. Uaeboclssdi Ende.-

2) S. Note SO.