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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Constantins Dekrete.

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von Tibericis und wurde mit dem Ehrencimte eines Abgeordneten undSendboten für die Gemeinden in Cilicien betraut. Dort verkehrteer heimlich viel mit einem Bischof und ließ sich die neutestamentlichenSchriften zum Lesen geben. Die cilicischen Juden schöpften Argwohngegen seine Rechtgläubigkeit, und da er ohnehin nicht beliebt warweil er die Lehrer und Vorsteher der Religion von oben herab be-handelte und sogar abgesetzt hatte, so überfielen ihn Einige derselbenin seiner Wohnung und überraschten ihn beim Lesen der Evangelien..Wie kann man es den Juden Ciliciens verargen, wenn sie ihn ihrenUnwillen über sein falsches Spiel empfinden ließen! Sie sollen ihngar in den Fluß Cydnns geworfen haben, und will er nur durch einWunder dem Tode entgangen sein. Es blieb nun Joseph nichtsAnderes übrig, als sich öffentlich zum Christenthum zu bekennen. Erlog den Christen und namentlich dem einfältigen Epiphanias(ebenfalls Täufling und später Bischof von Constantina, einem leicht-gläubigen Erzeiferer und mit Hilarion Begründer der ersten Klösterin Palästina) eine Reihe von Wnndergeschichten vor, wie er zur An-nahme der Taufe erweckt worden sei, eine alberner als die andere.Träumend und wachend sei ihm Christus erschienen. Wenn man ihmGlauben schenken wollte, so hätten viele Juden damals, und darunterdie gelehrtesten und würdigsten, im Herzen Vorliebe für das Christen-thum gehegt. Sogar von dem damaligen greisen Patriarchen (wohlInda III.) erzählte Joseph ein durchweg unglaubliches Märchen: daßauch dieser heimlich der Jesuslehre zugcthan gewesen sei. Er habe ineiner geheimen Schatzkammer das Johannisevangelinm., die Apostel-geschichte, aus dem Griechischen ins Hebräische übersetzt und dieGenealogie Jesu im Originalhebräisch anfbewahrt, in denen er fleißiggelesen. Vor dem Tode habe er das Bedürfniß gefühlt, die Taufezu empfangen, und sich zu diesem Zwecke einen Bischof aus der Nähevon Liberias kommen lassen unter dem Vorwände, seinen ärztlichenRath zu gebrauchen. Nachdem alle Anwesenden aus des PatriarchenKrankenzimmer entfernt worden waren, habe sich derselbe von demBischof das Siegel Christi, die Taufe ertheilen und in die christlichenMysterien einweihen lassen, demselben aber auch viel Geld für diechristliche Geistlichkeit als Opfer überreicht,weil das, was die Priesterans Erden binden und lösen, auch im Himmel als gebunden und ge-löst gelte." Als ihn nach diesem Akte die wiedereingetretenen Personengefragt: wie er sich befände, habe er mit Anspielung ans die erhalteneTaufe zweideutig geantwortet: jetzt fühle er sich wohl. Zwei oderdrei Tage darauf sei er verschieden, nachdem er die Erziehung seinesSohnes, des künftigen Patriarchen, dem schon genannten Joseph und