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Geschichte der Juden.
Das erste Wort, welches das Christenthum gleich am erstenTage seines Sieges aussprach, zeugte von feindlicher Haltung gegendas Judenthum, und daraus flössen jene feindseligen Dekrete Con-stantins und seiner Nachfolger, welche den Grund zu den blutigenVerfolgungen der künftigen Jahrhunderte legten. Constantin erneuertedas Gesetz Hadrians, daß kein Jude in Jerusalem wohnen dürfte ZDie heilige Stadt hatte wieder ihren ehemaligen Namen erhalten, nurwurde sie aus einer heidnischen Stadt in eine christliche nmgewandelt,nachdem die Mutter des Kaisers, Helena — eine Frau anrüchigenRufes — dorthin gepilgert war, und ihr Sohn dort die Grabeskircheerbaute, auf einem Platze, wo Jesu Grab nicht gewesen sein kann.Nur am Tage der Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems erlaubtedie kaiserliche Wache jüdischen Pilgern dort zu weinen und Klage-lieder anzustimmen. Dazu ließ er sich jedoch nicht bewegen, seinfrüheres Gesetz zu widerrufen, den Lehrern des Jndenthums die Be-freiung von städtischen Aemtern zu entziehen; er bestätigte es vielmehrneuerdings (331 ^). Dagegen hat er ein anderes Gesetz in dem vor-letzten Regierungsjahre erlassen, den Sklavenbesitz der Juden betreffend.Dieselben durften ihre Sklaven nicht beschneiden; durch einen solchenAkt erlangten die Sklaven ihre Freiheit ^). Das Motiv zu diesenGesetzen war kein allgemein sittliches, sondern ein beschränkt christ-liches. Das Jndenthum sollte weder durch Proselyten, noch durchSklaven einen Zuwachs erhalten, den das Christenthum als einMonopol für sich beanspruchte. — Eine andere Judenverfolgung durchConstantin als Rückwirkung eines neuen Aufstandes gegen die Römerund des Versuches, Jerusalem wieder zu erlangen, in Folge dessender erste christliche Kaiser den Juden Palästinas zur Schmach dieOhren habe abhauen lassen, ist nicht durch vollgültige geschichtlicheZeugnisse beurkundet^) und auch nicht wahrscheinlich. Er schützte sievielmehr gegen den Uebermuth der zum Christenthum übergetretenenJuden, die, größtentheils gesinnungslos, Rache an ihren ehemaligenStamm- und Glaubensgenossen nahmen, durch ein bündiges Gesetz:sie sollten nach der Art des Vergehens wegen Beunruhigung undBeleidigung der Juden bestraft werden (336°). Ein solcher Täuf-ling Joseph scheint damals den Juden Palästinas viel zugesetzt zuhaben. Er gehörte zu den Beisitzern des Patriarchen im Synhedrin
st S. Note 17. 2 ) Ooäox llRsoüosianns das. Z 4.
2) Ooäsx Hmockosis-nns Iv. XVI. 1. 9. Z 4.
st 6br^so8tomn8 oratio oontra Imlasos I. Xntz'obE (Ibn Latrib)annals8 II. in 489.
st 6oclsx Ibsoü. das. Z ö.